Autopanne im australischen Outback

Frau und Hund überleben zwölf Tage mörderische Hitze

3. Dezember 2019 - 12:42 Uhr

In der australischen Wüste verschollen

Fast zwei Wochen lang mussten die 52-jährige Tamara McBeath und ihr Hund um ihr Überleben kämpfen. Wegen einer Autopanne saßen sie im australischen Outback fest - dann wurden sie von Polizisten entdeckt. McBeaths Partnerin und ein Freund, die auch bei dem Ausflug dabei waren, werden noch vermisst.

Tagsüber Hitze, nachts Kälte im Outback

Im ausgetrockneten Flussbett des Finke Rivers fuhr sich der Wagen der vierköpfigen Gruppe fest. In Zentralaustralien, ohne Stadt in der unmittelbaren Nähe, mussten sie überleben. Regelmäßig erreichen die Tagestemperaturen um diese Jahreszeit über 30 Grad. Nachts fallen sie dann zum Teil auf rund 15 Grad. Um in den kühlen Nächten gegen die Kälte anzukämpfen, kuschelten sich die vier aneinander, wie die Gerettete im Nachhinein berichtet.

Gruppe teilte sich auf

Tamara McBeath, Phu Tran und Claire Hockridge waren im australischen Outback unterwegs
Tamara McBeath, Phu Tran und Claire Hockridge (v.l.) waren gemeinsam im Outback unterwegs.
© NT Police

Um Hilfe zu suchen, teilte sich die Gruppe auf. McBeaths Partnerin Claire Hockridge und der Freund Phu Tran zogen gemeinsam los. "Wir haben nicht gedacht, dass jemand nach uns gesucht hätte", begründet die 52-Jährige die Entscheidung, sich aufzuteilen. Und weiter: "Der schnellste Weg, gefunden zu werden, ist zu gehen und zu zweit ist es sicherer." McBeath blieb indes bei ihrem Hund, einem Staffordshire Terrier namens Raya, weil sie der Meinung gewesen war, dass der Vierbeiner die Reise nicht überlebt hätte.

Überlebenskampf in der Wüste

Tran und Hockridge nahmen ein GPS-Gerät und einen Kompass mit, um schneller Richtung Zivilisation zu finden. McBeath musste währenddessen irgendwie ihr Überleben und das ihres Hundes sichern. Während der brennenden Hitze suchte sie unterhalb des Autos Schutz. Ihre Essens- und Wasservorräte waren schnell aufgebraucht. Notgedrungen tranken McBeath und ihr Hund aus einer Wasserquelle, die sie nahe ihrem Pannenort fanden.

Die Leiterin der örtlichen Polizei Pauline Vicary sagte zu "abc.net": "Das Wasser haben sie abgekocht und mit einem T-Shirt gesiebt, damit sie es trinken konnten. Es war immer noch dreckig, aber es hat sie am Leben gehalten." Nach knapp zwei Wochen machte ein Autofahrer die Polizei auf Reifenspuren aufmerksam, die er nahe der Stadt Alice Springs bemerkt hatte. Es waren die Spuren von dem Auto, in dem McBeath saß.

Zwei gerettet, von den anderen fehlt jede Spur

Die Polizei von Alice Springs fand die dehydrierte McBeath und ihren Hund. Die 52-Jährige befindet sich aktuell im Krankenhaus. Ihre beiden Begleiter sind noch nicht aufgetaucht. Diese Nachricht hat die Gerettete schockiert: "Herauszufinden, dass sie noch nicht gerettet wurden, ist beängstigend." Die Polizei will nun mit Helikoptern nach ihnen suchen.

Zum Gesundheitszustand Rayas gibt es keine weiteren Informationen.