Australien: Flugzeug stürzt in Shoppingcenter und geht in Feuerball auf - fünf Tote

23. Februar 2017 - 14:14 Uhr

Pilot setzte Notruf ab und berichtete von Motorschaden

In Melbourne (Australien) ist ein Kleinflugzeug in ein Shoppincenter gestürzt. Alle fünf Insassen der Maschine starben. An der Absturzstelle brach ein Feuer aus, Einsatzkräfte evakuierten die umliegenden Gebäude. Es war das schwerste Unglück der zivilen Luftfahrt im Staat Victoria seit drei Jahrzehnten.

Die Beechcraft B200 King Air sei vom Flughafen Essendon gestartet, berichtet '9news'. An Bord sollen ein Pilot aus Australien und vier US-Touristen gewesen sein. "Der Pilot setzte schon kurz nach dem Start einen Notruf ab. Offenbar kam es an Bord zu einem katastrophalen Motorschaden", so ein Sprecher der Bundespolizei von Victoria.

Augenzeugen zufolge soll das Flugzeug eine Laterne gerammt und dann in einem riesigen Feuerball aufgegangen sein. "Wir haben alles vom Balkon aus gesehen und waren schockiert. Einfach furchtbar", so ein Zeuge. Immer wieder habe es Explosionen gegeben.

Das Möbelhaus an der Absturzstelle im Direct Factory Outlet Einkaufszentrum war zum Zeitpunkt des Unglücks noch geschlossen. Einige Mitarbeiter befanden sich jedoch bereits in einigen Shops. Sie wurden allerdings nicht verletzt. Der Premier von Victoria, Daniel Andrews, sagte, es handele sich um den schlimmsten Unfall der zivilen Luftfahrt in dem Staat seit 30 Jahren. Der durch den Absturz ausgelöste Brand sei von 90 Feuerwehrleuten gelöscht worden.

Flugzeugrad trifft Taxi

Ein Augenzeuge sagte dem Lokalradiosender 'ABC': "Ich sah dieses Flugzeug wirklich tief und schnell ankommen." Den Aufprall selbst habe er nicht gesehen, "aber es gab einen riesigen Feuerball, als es gegen das Gebäude prallte". Er habe die Hitze durch das Fenster eines Taxis gespürt, in dem er gesessen habe. Dann habe wohl ein auf der Straße rollendes Flugzeugrad die Front des fahrenden Taxis getroffen.

Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen die Flammen, die das Flugzeug sowie Teile des Gebäudes und einen nahen Parkplatz zerstörten. Das australische Verkehrssicherheitsamt teilte mit, es untersuche den Unfall. Ein Team von vier Ermittlern sei zur Unfallstelle geschickt worden.