Polizei setzt Tränengas ein

Ausschreitungen nach Anti-Rassismus-Protesten in Paris

03. Juni 2020 - 0:19 Uhr

Friedliche Demo eskaliert

In mehreren französischen Städten haben Tausende gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. In Paris protestierten am Dienstagabend rund 20 000 Menschen vor einem Gerichtsgebäude im Norden der Stadt, wie eine Sprecherin der Pariser Polizeipräfektur, Laetitia Vallar, im Fernsehsender BFMTV sagte. Am Rande des Protests kam es Berichten zufolge zu Zusammenstößen mit der Polizei. 

Demos als Reaktion auf Tod von George Floyd

 May 31, 2020, Milford, Pennsylvania, United States: George Floyd, I can t breath placard during a vigil for George Floyd held in Pennsylvania..White police officer, Derek Chauvin, knelt on George Floyd s neck leading to his death during an arrest in
George Floyd kam bei einem Polizeieinsatz in den USA zu Tode
© imago images/ZUMA Wire, Preston Ehrler via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die überwiegend jungen Demonstranten riefen bei der größtenteils friedlichen Anti-Rassismus-Kundgebung in Paris als Reaktion auf den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA Slogans der «Black Lives Matter»-Bewegung. Der Protest in der französischen Hauptstadt wurde von der Schwester des 2016 in Polizeigewahrsam gestorbenen Adama Traoré organisiert. Forensische Berichte, die von Traorés Familie und Richtern angefordert worden seien, kämen zu der Schlussfolgerung, dass Adama Traoré erstickte, weil drei Gendarmen ihn zu Boden zwangen und nicht in Folge einer vorbestehenden Herzerkrankung starb, berichteten Medien in Berufung auf Assa Traoré.

Polizei soll provoziert haben

Nach Polizeiangaben blockierten einige Demonstranten die Ringstraße der Pariser Autobahn und steckten Gegenstände in Brand. Die Sicherheitskräfte setzten Medienberichten zufolge Tränengas ein. Die Polizeipräfektur forderte die Demonstranten auf Twitter auf, sich zu zerstreuen. Innenminister Christophe Castaner verurteilte die Ausschreitungen. Gewalt habe in einer Demokratie keinen Platz, schrieb Castaner auf Twitter. «Nichts rechtfertigt die Exzesse, die heute Abend in Paris stattgefunden haben.» Er gratulierte den Sicherheits- und Rettungskräften zu «ihrer Kontrolle und Gelassenheit».

Der bekannte Menschenrechtsanwalt Arié Alimi beschuldigte jedoch auf BFMTV die Polizei, Ärger zu provozieren, indem sie Tränengas auf friedliche Demonstranten abfeuere. Die Pariser Polizei hatte die Demonstration verboten und sich auf die Coronavirus-Beschränkungen berufen. Demnach dürfen sich höchstens zehn Menschen versammeln.