Polizeigewerkschaftler wendet sich gegen "Verharmlosung"

Krawallmacher von Stuttgart "überwiegend migrantische Jugendliche, Heranwachsende, aber auch Erwachsene"

23. Juni 2020 - 17:09 Uhr

„Provokationsverhalten und ausgeprägte Eskalationsneigung“

Hinter den Gewaltexzessen von Stuttgart steckt die "Event- und Partyszene", so die offizielle Sprachregelung. Für viele Polizisten ist diese Zuordnung irreführend, sie kritisieren das als falsch.  "Verharmlosung des Grundproblems", so Thomas Mohr, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP in Mannheim. Für ihn ist klar: Ausgelöst wurden die Krawalle von "überwiegend migrantischen Jugendlichen, Heranwachsenden, aber auch Erwachsenen". Das schreibt Mohr bei Facebook. Wie Mohr die Situation in Stuttgart einschätzt – in unserem Video.

Appell an Gesellschaft

Der Polizeigewerkschaftler beruft sich auf Kollegen, die in Stuttgart im Einsatz waren. "Weitgehend testosterongeladene junge Männer, die in der Gruppendynamik schnell eskalieren", zitiert er einen. "Provokationsverhalten und ausgeprägte Eskalationsneigung" attestiert er den Krawallmachern. Sie würden sich grundsätzlich an keine Verhaltensregeln halten.

Mohr appelliert an die Gesellschaft, sich hinter die Polizei zu stellen. Er beruft sich ausdrücklich auf Freunde und Bekannte mit Migrationshintergrund, die sich vom Verhalten der Krawallmacher distanzieren und es ablehnen. Sie sähen darin eine Rufschädigung, schreibt er.

"Nicht einfach zur Tagesodnung übergehen!"

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