Ausnahmezustand in US-Stadt Charlotte ausgerufen: Proteste gegen Polizeigewalt enden in Straßenschlacht

22. September 2016 - 13:47 Uhr

Dramatische Bilder aus den USA: In der Stadt Charlotte im Bundesstaat North Carolina wurde vor wenigen Stunden der Notstand ausgerufen, weil dort Proteste gegen rassistische Polizeigewalt völlig eskaliert sind. Ein Demonstrant wurde schwer verletzt.

Nach Zusammenstößen bei Protesten gegen Polizeigewalt in der US-Stadt Charlotte ist der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Der Gouverneur des Bundesstaats North Carolina, Pat McCrory, habe außerdem Maßnahmen eingeleitet, um die Nationalgarde und die Autobahnpolizei einzuberufen. Die Polizei habe um diese Unterstützung gebeten, sagte er dem Nachrichtensender 'CNN'. Die Nationalgarde solle Gebäude und Güter schützen. Eine Ausgangssperre sei ebenfalls eine Option. 

Am Mittwoch waren eine zweite Nacht in Folge hunderte Menschen in Charlotte auf die Straße gegangen, um gegen den Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse am Dienstag zu protestieren. Nach kurzer Zeit eskalierte die Lage und es kam zu Zusammenstößen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen. Dabei wurde ein Demonstrant angeschossen. Zunächst hieß es, er sei ums Leben gekommen. Die Stadtverwaltung korrigierte dann allerdings einen eigenen früheren Bericht. Der Mann sei in kritischem Gesundheitszustand und an lebenserhaltende Systeme angeschlossen, twitterte sie. Er war den Angaben zufolge von einem anderen Zivilisten angeschossen worden. Die Polizei habe nicht geschossen.

Bei Protesten in der Nacht davor waren 16 Polizisten verletzt worden. Polizeichef Kerr Putney berichtete am Mittwoch, Polizisten hätten am Dienstag einen Verdächtigen gesucht. Dabei hätten sie auf einem Parkplatz einen Bewaffneten in einem Auto angetroffen und ihn mehrfach aufgefordert, auszusteigen. Das habe er schließlich getan, allerdings mit der Waffe. Er habe die Polizisten bedroht, daraufhin habe einer von ihnen geschossen. Der Schütze und der getötete Familienvater (43) sind Afroamerikaner.

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