Bei "Spaziergang" im sächsischen Pirna

Ausgerechnet ein Polizist ruft zum Brechen der Corona-Regeln auf

Prozessauftakt gegen mutmaßliche syrische Folterer in Koblenz
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© dpa, Thomas Frey, tfr lop

23. April 2020 - 13:33 Uhr

180 Menschen beteiligten sich

Im sächsischen Pirna rief ausgerechnet ein Polizist in den sozialen Netzwerken zu einem "Spaziergang" am Mittwochabend auf. Der 49-Jährige nahm das Brechen der Corona-Maßnahmen dabei billigend in Kauf. Zum Schluss nahmen rund 180 Menschen an der Versammlung teil.

Polizei drohte damit, die Versammlung aufzulösen

Ein 49-jähriger Polizeibeamter rief in den sozialen Netzwerken zu einem Spaziergang auf. Zunächst kamen fünf Menschen vor dem Rathaus der sächsischen Stadt Pirna zusammen. Die Polizei kam zu diesem Zeitpunkt zu dem Ergebnis, dass keine Corona-Maßnahmen verletzt würden und es sich bei dem "Spaziergang" nicht um eine Versammlung handelte.

Doch nur wenige Minuten später schlossen sich immer mehr Menschen an. Schließlich kamen rund 180 Personen zusammen. Die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen und des Mindestabstands waren nicht mehr möglich. Per Lautsprecher forderte die Polizei den Organisator nach eigenen Aussagen dazu auf, dei unerlaubte Versammlung zu beenden, was der Mann wenige Minuten später auch tat. 

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Bei dem 49-jährigen Mann handelt es sich um einen sächsischen Polizeibeamten. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen ist daher auch ein disziplinarrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Beamten eingeleitet worden. Zudem prüfe die Polizeidirektion Dresden, ob dem Polizisten ein Verbot des Führens der Dienstgeschäfte ausgesprochen wird.