Kommen jetzt auch die Black-Friday-Schnäppchen verspätet?

Ausgerechnet am Cyber Monday: Amazon-Mitarbeiter in Bad Hersfeld streiken

Ausgerechnet am Cyber Monday: Amazon-Mitarbeiter in Bad Hersfeld streiken
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30. November 2020 - 12:32 Uhr

Arbeit an zwei Standorten niedergelegt

Beschäftigte des Online-Händlers Amazon haben nach Angaben der Gewerkschaft Verdi an zwei Standorten im hessischen Bad Hersfeld ihre Arbeit niedergelegt. Der Streik sei mit der Nachtschicht von Sonntag auf Montag gestartet, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft. Er solle bis Dienstagabend andauern.

Schnäppchen mit "unfairer Entlohnung erkauft"

Die Gewerkschaft wolle damit die Abwicklung der Bestellungen zum umsatzstarken Black Friday beim Internet-Versandhändler stören. Hintergrund für den Streik sind die Forderungen nach tariflichen Regelungen zum Schutz der Gesundheit und die Anerkennung der Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Bereits in der vergangenen Woche hatten laut Verdi mehr als 500 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt.

"Die Kundinnen und Kunden, die auf Schnäppchenjagd bei Amazon sind, sollten bedenken, dass dies mit schlechten Arbeitsbedingungen und unfairer, weil nicht tariflicher Entlohnung, erkauft wird. Amazon hat gegenüber anderen Handelsunternehmen dadurch Wettbewerbsvorteile", so die Sprecherin der Gewerkschaft.

Streik am Cyber Monday: Amazon sieht keine Probleme

Amazon blickt dem Streik nach eigenen Angaben gelassen entgegen. "Wie jeden Tag konzentrieren sich auch heute unsere Teams darauf, die Pakete zum Kunden zu bringen. Auswirkungen auf Kundenlieferungen haben die Aktionen nicht, der allergrößte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet ganz normal", hieß es in einer Erklärung.

In Bad Hersfeld sind laut Verdi etwa 3.500 Menschen bei Amazon angestellt. Während des Weihnachtsgeschäftes seien zudem etwa 500 Saisonarbeiter beschäftigt. Bei Amazon in Deutschland wird seit Jahren immer wieder gestreikt - ohne dass es in dem festgefahrenen Konflikt zu greifbaren Ergebnissen kommt. Amazon argumentiert, dass das Unternehmen eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen in der Logistik anbiete, zudem gebe es Karrierechancen und viele Extras.