Coronavirus in Afrika

Ausgangssperre mit Gewalt: Polizei in Südafrika schießt auf Menschen

02. April 2020 - 18:49 Uhr

Im Video: So krass greift die Polizei in Südafrika durch

Damit die Ausbreitung des Coronavirus sich verlangsamt, haben viele afrikanische Staaten eine Ausgangssperre verhängt. Wie auch in vielen europäischen Ländern dürfen die Menschen nur noch für lebensnotwendige Besorgungen auf die Straßen. Diese Regelungen gelten auch in Südafrika und Uganda - und werden von Polizei und Ordnungskräften mit Gewalt durchgesetzt. Eine südafrikanische Journalistin wurde von Beamten beschossen. Sie filmte den Vorfall. Das und die Einschätzung unserer RTL-Afrika-Korrespondentin, Nicole Macheroux-Denault, sehen Sie im Video.

Weder Rückzugsmöglichkeiten noch finanzielle Mittel

In Südafrikas Armenvierteln gibt es kaum Platz, um sich zurückziehen zu können. Lebensmittel auf Vorrat zu kaufen, ist nur in den wenigsten Fällen finanziell möglich. Während der Ausgangssperre können viele nicht arbeiten – die Verzweiflung der Menschen wächst.

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Polizei schießt auf Bürgerinnen und Bürger

In Südafrika schoss die Polizei laut dem dortigen Institut für Sicherheitsfragen (ISS) auf Bürgerinnen und Bürger, die sich der Ausgangssperre widersetzten. Am Donnerstag kritisierte das ISS mit Hinweis auf offiziell noch unbestätigte Medienberichte: "Gerade mal fünf Tage nach Verhängung der Ausgangssperre hat die Polizei laut Berichten drei Menschen getötet." Es warnte: "Die Risiken durch fortgesetzte, illegitime Staatsgewalt könnten für Südafrikas Zukunft höher sein als die durch die Pandemie."

Auch in Uganda kommt es laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch vermehrt zu brutalen Übergriffen durch Polizei und Armee: "Die Sicherheitskräfte haben exzessive Gewalt angewandt, inklusive Schlägen, Schüssen und willkürlichem Arrest von Menschen überall im Lande." Ein Regierungssprecher wies das jedoch von sich und betonte, es handele sich um isolierte Einzelfälle.

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