Behörden lassen Heim allein

Ausbleibende Corona-Impfungen - Hilferuf aus Leipziger Seniorenheim

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© dpa, Daniel Reinhardt, dan vfd rho

05. Januar 2021 - 15:35 Uhr

von Luca Stark

Noch bevor die Impfzentren ihren Betrieb starten, sollen in Sachsen Corona-Impfungen in Seniorenheimen verabreicht werden. Doch auch das läuft nur schleppend, wie eine Heimleiterin aus Leipzig merken musste. Sie hat einen Impfplan aufgestellt, Ärzte für die Impfungen organisiert. Nur der Impfstoff fehlt immer noch - und von den zuständigen Behörden hört sie: Nichts.

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Vorbereitungen auf Impfungen laufen seit dem 21.12.2020

Eigentlich hat Sophie Fries, Leiterin des Seniorenheims Leipzig-Plagwitz, alles vorbildlich gemacht. Noch vor dem offiziellen Startschuss für die Corona-Impfungen hat sie ein Impfkonzept für ihr Haus mit insgesamt 135 Bewohnern erarbeitet. Darin listet sie auf, wie viele Bewohner betreut werden und an welchen Vorerkrankungen diese leiden. Am 21.12. schickt sie das Papier an das zuständige Gesundheitsamt – eine Reaktion der Behörde oder auch nur Hinweise, wie es weitergehen soll, bekommt sie nie, berichtet sie RTL.

"Es geht darum, Leben zu retten"

Weil die Antwort der Behörde ausbleibt, hat sie selbstständig Ärzte organisiert, die die Impfungen am kommenden Samstag übernehmen könnten – zur Unterstützung eines mobilen Impfteams.

Doch der Betreiber der Impfteams, das DRK, macht ihr wenig Hoffnung: Die Impfungen "bräuchten einen Sieben-Tage-Vorlauf", sei ihr mitgeteilt worden, berichtet Sophie Fries. Eine finale Entscheidung, ob sie am Samstag impfen können, stehe am 6.1. an.

Die Heimleiterin, die bisher nur einen positiven Corona-Patienten in ihrer Einrichtung hatte, reagiert mit Unverständnis auf die Unsicherheiten und Unklarheiten der Impfkampagne – "Es geht hier schließlich darum, Leben zu retten", sagt sie.