Aus zerstörtem Zoo in Mossul: Bärin Lula und Löwe Simba gerettet!

18. April 2017 - 10:25 Uhr

Mutige Tierschützer setzten sich für die letzten überlebenden Tiere des Zoos ein

Es sind traurige Bilder, die einem in der irakische Stadt Mossul begegnen. Der Krieg hat fast alles zerstört. Doch nicht nur die Menschen leiden. Auch zahlreiche Tiere haben in den letzten Monaten einen grausamen Tod gefunden. In Mossuls Zoo Montazah Al-Morour überlebten lediglich Bärin Lula und Löwe Simba. Als die beiden Tiere im Februar 2017 von der Hilfsorganisation 'Vier Pfoten' gefunden wurden, stand es schlimm um sie. Doch jetzt können Tierfreunde aufatmen: Lula und Simba durften nach wochenlangen Qualen endlich die Stadt verlassen.

Ein Mitarbeiter der Tierschutzorganisation 'Vier Pfoten' untersuchte den  letzten überlebenden Löwen des  Zoos Montazah Al-Morour  in Mossul (Irak).
Ein Mitarbeiter der Tierschutzorganisation 'Vier Pfoten' untersuchte den letzten überlebenden Löwen des Zoos Montazah Al-Morour in Mossul (Irak).
© dpa, ---, hef abl

Bärin Lula und Löwe Simba haben den Krieg nur knapp überlebt. 40 weitere Tiere aus dem Zoo starben durch Hunger oder Krankheit. Monatelang gab es niemanden, der sich um die Tiere kümmerte. Doch dank der Hilfe der Organisation 'Vier Pfoten' sind die beiden letzten Überlebenden endlich in Sicherheit.

Auf ihrer Facebookseite 'four_paws_international' (vier_pfoten_international) schreibt die Hilfsorganisation: "WIR HABEN ES GESCHAFFT!!! Lula und Simba sind an einem sicheren Ort - weg aus Mossul! Den Tieren und dem Vier-Pfoten-Team geht es gut." Mittlerweile arbeiten die Tierschützer auf Hochtouren daran, der Bärin und dem Löwen ein sicheres Zuhause zu verschaffen, wo sie den Rest ihres Lebens in Frieden verbringen dürfen. 

Ein steiniger Weg bis zur Rettung

Der Weg bis zu Lulas und Simbas Rettung aus dem Zoo war alles andere als leicht. 'Vier Pfoten' war die erste Hilfsorganisation, die eine Genehmigung für einen Rettungseinsatz in Mossul bekam, heißt es auf ihrer Internetseite. Unter Einsatz ihres Lebens päppelten die Tierschützer in Begleitung mit Tierarzt Dr. Khalil die beiden einzigen Überlebenden des Zoos auf. Bärin Lula litt unter anderem an einer Lungenentzündung. Löwe Simba hatte kurz zuvor seine Mutter verloren. Neben starken Gelenkproblemen plagten ihn außerdem schlechte Zähne und viele weitere Mangelerscheinungen.

Die Tierschützer konnten nur am helllichten Tag arbeiten. Sobald es dunkel wurde, mussten sie die Tiere im Zoo zurücklassen. "Während unseres Hilfseinsatzes hörten wir ständig Raketenfeuer aus entlegeneren Gebieten der Stadt. Die Tiere konnten zwar von uns mit Nahrung und auch medizinisch versorgt werden, aber aus Sicherheitsgründen mussten wir das Gelände vor Einbruch der Dunkelheit verlassen. Das Risiko ist schlicht zu groß. Wir haben auch Flugblätter gefunden, die vor Terrorangriffen warnen", berichtete Dr. Khalil.

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Bärin Lula fühlt sich mittlerweile ganz wohl

Glücklicherweise haben die Strapazen sich sowohl für die Tierschützer als auch für die Tiere gelohnt! Vor allem Lula fühlt sich in ihrem neuen Zuhause sichtbar wohl. Löwe Simba braucht sicher noch einige Zeit. Er versteckt sich oft in seinem Häuschen. Doch das sei laut 'Vier Pfoten' ein völlig normales Verhalten.