Verrückte Fan-Geschichten

Aus Rache gab's ein Penis-Tattoo

Tätowierer bei der Arbeit
Tätowierer bei der Arbeit
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Von Ben Redelings

Seit neun Monaten sind Fans in Fußballstadien eine echte Seltenheit geworden. Doch was wäre der Fußball ohne seine Anhänger und ihre unterhaltsamen Geschichten? Kuriose Erinnerungen - zwischen ungläubigem Stauen und herzhaftem Lachen.

Wegen Inter: Einfach mal den eigenen Hund gefärbt

Man hat es fast schon vergessen, zu welch spektakulären, komischen oder einfach nur verrückten Dingen Fußballanhänger fähig sind. So zum Beispiel 50 walisische Fans aus Cardiff, die es sich eines Tages richtig gut gingen ließen beim Spiel ihres Vereins in Coventry. Besonders die leckeren Torten hatten es ihnen angetan. Doch genau die sollten ihnen an diesem Tage noch zum Verhängnis werden. Als ihr Bus auf der Rückfahrt an einem Hügel schlappmachte, stieg der Fahrer aus und teilte den Fußballanhängern mit, dass sie zu schwer seien. Sie hätten einfach zu viel gegessen während ihres Aufenthalts. Die Reise konnte erst viele Stunden später mit einem PS-stärkeren Bus fortgesetzt werden. Die Fans vertrieben sich die Wartezeit mit dem Besuch eines örtlichen Wirtshauses.

Ein anderer Fall ist Paolo Trimarchi. Er ist Anhänger von Inter Mailand und Hundebesitzer. Im Sommer 2007 wäre sein Leben eigentlich perfekt gewesen, denn seine heiß und innig geliebte Flamme Inter war gerade Meister geworden. Doch Trimarchi entdeckte einen Makel, den es zu beseitigen galt. Sein Hund Peggy war nämlich ein Border Collie und somit schwarz-weiß. Das erinnerte den Inter-Fan aber auch in Zeiten des Jubels allzu sehr an die Vereinsfarben des großen Rivalen Juventus.

Und so ging Trimarchi kurzerhand her und färbte die weißen Stellen mit einer blauen Farbe ein. Stolz präsentierte er Peggy nun auf den Straßen seiner Heimatstadt Genua. Doch seine Freude mochten nicht alle teilen. Sie prangerten Trimarchi der Tierquälerei an. Dabei hatte es der fanatische Inter-Fan doch nur gut gemeint mit seinem Hund. Und das konnte er den herbeigerufenen Polizisten schließlich auch beweisen. Denn die Farbe war auswaschbar, nicht giftig und somit für Peggy nicht schädlich. Nach der nächsten Wäsche oder einem intensiven Regenguss war der schöne Spuk für Trimarchi und seinen geliebten Hund schon wieder vorbei.

Ein 2000-Euro-Blumenstrauß

Fans können aber auch so herrlich-wunderbar sein. Weil die Anhänger des AFC Sunderland vor einigen Jahren genau wussten, wem sie die Vertragsverlängerung ihres Retters Dick Advocaat zu verdanken haben, schickten sie seiner Frau einen überdimensionalen Blumenstrauß im Wert von 2.000 Pfund. Den Berichten nach hat sie sich sehr über die duftende Pracht gefreut. Als die Blumen schließlich verwelkt waren, ging Advocaat aber doch. Nur wenige Monate nach der Übergabe des Straußes trat der Niederländer zurück. Die Erinnerung an diese feine Geste wird jedoch ewig bleiben.

Da sage noch einer, Fußball-Fans vergäßen während eines Spiels alles um sich herum. Bei der Partie zwischen Angola und Portugal bei der WM 2006 in Köln hatte der englische Elektriker Jerry Tyas ein Banner aufgehängt, auf dem stand: "Don't give the birth yet, Claire!" Was war geschehen? Als Jerry mit seiner schwangeren Gattin die Fähre besteigen wollte, hatte man Claire aufgrund ihres Zustands nicht an Bord gelassen. Jerry fuhr alleine weiter nach Deutschland. Die Botschaft nahm sich Sohn Denton übrigens zu Herzen. Er kam erst sechs Wochen später auf die Welt.

Eine andere romantische Schwangerengeschichte spielte sich 2010 in Southampton ab. Die Eheleute Rebecca und Vince standen stundenlang gemeinsam in der Ticketschlange für das Pokalspiel gegen Portsmouth an. Doch irgendwann konnte Rebecca nicht mehr: Die Wehen waren einfach zu stark geworden. Unter Tränen verabschiedete sie sich von ihrem Mann - nicht ohne ihm allerdings vorher das Kommando zu erteilen, erst ins Krankenhaus nachzufahren, wenn er auch tatsächlich die Karten bekommen habe. Und Vince tat, wie ihm befohlen. Erst als er die Tickets in seinen Händen hielt, eilte er seiner hochschwangeren Frau hinterher. Rebecca lag mittlerweile im Kreißsaal, hatte aber noch auf etwas gewartet. Als Vince das Zimmer nun betrat, schaute sie ihren Mann sehnsüchtig an: "Ist alles gutgegangen? Hast du die Karten?" Als Vince nickte, gebar sie Töchterchen Jessica.

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Stammzellspende mit kurioser Bedingung

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Der Engländer Martin Warburton versprach seinem an Leukämie erkrankten Bruder Paul, dass er ihm seine Stammzellen spenden würde - allerdings unter einer Bedingung: Er müsse Fan von Manchester United werden! Da Paul glühender Anhänger vom Lokalrivalen City war, ließ sich Martin diesen Schritt per Vertrag bestätigen. Darin wurde auch vereinbart, dass Paul ab sofort nur noch rote Sachen tragen dürfe und sein Haus stets mit einem alten Trikot von Manchester City zu säubern habe.

Zudem sollte er dem für seine Schwalben bekannten ehemaligen City-Spieler Francis Lee einmal ein Bein stellen, damit jedermann sehen könne, wie dieser "normal fiele". Paul, was blieb ihm anderes übrig, unterzeichnete den Vertrag. Handschriftlich fügte er jedoch die hochbrisanten Fragen hinzu, ob sich der Kontrakt überhaupt mit der UN-Menschenrechtscharta und insbesondere mit dem Folter-Paragrafen vereinbaren lasse.

Ein Penis auf dem Rücken kann nur wenige entzücken

Und zum Schluss noch eine nahezu absurde Geschichte aus dem fußballverrückten Argentinien. Dort war ein Fußballfan voller Vorfreude zu einem Tätowierer gegangen, um sich ein Boca-Juniors-Tattoo stechen zu lassen. Doch als er nach der schmerzhaften Prozedur in den Spiegel sah, prangte auf seinem Rücken anstatt des gewünschten Wappen seines Lieblingsklubs ein dicker, fetter Penis. Dumm gelaufen, kann man da nur sagen. Beziehungsweise: Augen auf bei der Wahl des Tätowierers. Denn der war Fan des schärfsten Erzfeindes: River Plate!

uelle: ntv.deQ