Aus Lüderitz mach Naminus – Andenken an Kolonialzeit soll weichen

RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault berichtet aus Namibia

Vor 100 Jahren war Namibia zur Zeit des deutschen Kaiserreichs eine deutsche Kolonie. Hier und da gibt es in dem Land auch heute noch kulturelle Andenken aus dieser Zeit. Zum Beispiel in der Hafenstadt Lüderitz an der Atlantikküste, die Jahrzehnte später immer noch ihren deutschen Namen trägt. Genau das will die Bürgermeisterin der Kleinstadt nun ändern. In Zukunft soll Lüderitz Naminus heißen.

Haus
Überall in der Stadt sind noch deutsche Andenken verteilt.

In Mitten der Wüste und langen Straßen liegt die alte deutsche Geisterstadt, in der es immer noch deutsche Läden gibt. Doch laut der Bürgermeisterin des Ortes müsse Namibia nun endlich Besitz ergreifen und deshalb alle Straßen- und Städtenamen namibisch machen.

Vorgehen stößt auf Kritik

Doch nicht nur die deutschen Geschäftsleute, die über Generationen hinweg in der Lüderitzbucht Hotels und Geschäfte betreiben, sind gegen die Namensänderung. Sie haben Angst, dass die Stadt dann weniger Touristen anzieht. Auch die einheimischen Namibier wollen, dass ihr Ort den alten Namen behält. "Ich finde wir sollen Lüderitz heißen", sagt eine Namibierin auf der Straße.

Doch weil die Anordnung vom namibischen Präsidenten kommt, werden die Namibier sich trotzdem an den neuen Namen gewöhnen müssen. Dass Lüderitz eine deutsche Kolonialstadt war, ist genau 100 Jahre her. Als Deutschland zum Ende des ersten Weltkrieges kapitulierte, verlor es seine Kolonien in Deutsch-Südwestafrika.