Aus Angst vor Coronavirus

Mongolei schließt Grenze zu China

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27. Januar 2020 - 7:06 Uhr

80 Tote durch Coronavirus

Aus Angst vor der Verbreitung des Coronavirus hat die Mongolei ihre Grenze zu China geschlossen. Grenzübergänge sollen ab Montag für Fahrzeuge und Fußgänger geschlossen bleiben, wie die mongolische Nachrichtenagentur Montsame berichtete. Vergangene Woche wurden bereits Teile der Chinesischen Mauer gesperrt. Auch das Neujahrsfest in Peking wurde abgesagt. Bereits am Mittwoch hatte die chinesische Stadt Wuhan beschlossen, vorerst alle Flug- und Zugverbindungen aus der Stadt sowie den öffentliche Nahverkehr zu kappen. Am Donnerstag wurden auch weitere chinesische Städte abgeriegelt.

Wer keine Maske trägt, wird bestraft

Für mehr als zehn Städte der betroffenen Provinz Hubei gelten nun ähnliche Beschränkungen wie für Wuhan. Zusammen mit den Bewohnern der bereits abgeriegelten Metropole Wuhan sind damit 45 Millionen Menschen betroffen.

Flüge, Züge, Fähren, Fernbusse und der Nahverkehr wurden gestoppt, auch die Ausfallstraßen wurden am Donnerstag nach und nach gesperrt. Zudem sollen in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden. Wer in Hotels, Restaurants, Einkaufszentren oder Parks keine Maske trage, werde bestraft, berichtete die Zeitung "China Daily".​

Peking sagt Neujahrsfestlichkeiten ab

Die Aktion sei zu begrüßen, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Massenansammlungen seien ein Risikofaktor für die Verbreitung. Er stellte klarere Reisehinweise zum Ende der Beratungen des Notfallausschusses am Donnerstagabend in Aussicht.

In Peking wurden aus Angst vor dem Virus alle größeren Veranstaltungen und Tempelfeste anlässlich des Neujahrsfestes gestrichen.

Coronavirus soll sich von Wuhan aus verbreitet haben

24.01.2020, China, Wuhan: Arbeiter mit schwerem Gerät errichten ein Lazarett. China baut in aller Schnelle ein Krankenhaus mit 1.000 Betten, das für Patienten bestimmt ist, die mit dem neuen Virus infiziert sind. Foto: CHINATOPIX/AP/dpa +++ dpa-Bildf
Dutzende Bagger sollen das Gelände für das Krankenhaus vorbereiten.
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Bislang sind 80 Menschen an den Folgen des Virus gestorben, knapp 2.800 sind weltweit infiziert. Es wird davon ausgegangen, dass der Ursprung des Virus in Wuhan liegt - die neuartige Lungenkrankheit, die auf das Virus zurückgeführt wird, war dort zuerst ausgebrochen. Offenbar hatten sich Menschen auf einem Fisch- und Geflügelmarkt an Tieren angesteckt. Von dort hat sich das Virus schnell überregional verbreitet, auch in Chinas Nachbarländern und in den USA wurden bereits Infektionen gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief am Mittwoch vorerst keine internationale Notlage aus.

Zur Behandlung von Patienten, die sich mit der neuen Lungenkrankheit infiziert haben, soll in der zentralchinesischen Stadt Wuhan ein Krankenhaus errichtet werden - in nur sechs Tagen. Das Krankenhaus soll ab dem 3. Februar die ersten Patienten aufnehmen. Insgesamt soll es 1.000 Betten geben, wie Staatsmedien berichteten.

Obwohl bereits mehrere Fälle von Infizierten in Frankreich bestätigt wurden, wird die Gefahr für Deutschland von Gesundheitsexperten bislang als gering eingestuft. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, dass bislang "kein Anlass zu Unruhe" bestehe.