Kontakloser Fußball tut trotzdem weh

Aus Angst vor Corona: Spieler halten Abstand und kassieren 0:37-Klatsche

Manchmal ist es einsam um den Ball
© picture alliance

16. September 2020 - 20:45 Uhr

Verein verliert mit Absicht

Not macht bekanntlich erfinderisch – aber manchmal auch leider das Torverhältnis kaputt. Diese leidige Erfahrung machten die Fußballer der SG Ripdorf/Molzen II in der 3. Kreisklasse. Aus Angst vor einer Corona-Infektion haben die Kicker aus Uelzen in Niedersachsen absichtlich ein Spiel verloren - mit sage und schreibe 0:37. Dafür hielten sie sich vorbildlich an die Abstandsregeln und erfanden damit den No-touch-Football.

Ripdorf geht auf Nummer sicher

Kontaktloser Fußball mag der Gesundheit zuträglich sein, tut aber trotzdem ganz schön weh. Das wissen jetzt die Kreisklassenkicker der SG Ripdorf/Molzen. Weil Gegner SV Holdenstedt II Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt hatte, hielten die Ripdorfer Spieler ganz bewusst Abstand – und verloren die Partie am Ende mit 0:37.

Die Holdenstedter seien vor dem Aufeinandertreffen zwar alle negativ auf Covid-19 getestet worden, sagte der Ripdorfer 2. Vorsitzende Patrick Ristow bei NDR 1 Niedersachsen. Allerdings waren seitdem noch keine 14 Tage vergangen. Daher wollten die Ripdorfer lieber auf Nummer sicher gehen. So liefen die Gastgeber mit einem Rupfteam von vier Spielern auf – sieben weitere blieben regungslose Zeugen, wie die Gäste munter einnetzten.

Gast lehnt Spielverlegung ab

Die Bitte, die Partie aus Sicherheitsgründen zu verlegen, habe der Gegner abgelehnt, berichteten die SG-Verantwortlichen weiter. Die Gastgeber seien daher nur aufgelaufen, um einer Strafe für Nichtantreten aus dem Weg zu gehen. Ripdorfs Trainer Florian Bachmann machte zudem dem Niedersächsischen Fußball-Verband Vorwürfe, in Krisenzeiten wie diesen nicht kompromissbereiter zu sein.