Fast 90 Minuten Gesprächsdauer

161 Anrufe! Frau blockiert Leitung der Notrufzentrale

Die 110 sollte man wirklich nur im Notfall wählen.
Die 110 sollte man wirklich nur im Notfall wählen.
© dpa, Sophia Weimer, sow fdt fux ent

12. April 2021 - 17:00 Uhr

49-Jährige wählt wiederholt den Notruf - warum?

In Deutschland gibt es zwei Telefonnummern, die selbst jedes Kind auswendig kennen sollte: Die 110 und die 112. Dass man diese Nummern nur im Notfall wählen sollte, ist wohl auch klar. Eine Frau aus dem Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund hat das aber nicht gemacht – und mehrfach die 110 gewählt, obwohl gar kein Notfall vorlag.

Notrufe ohne Notlage

Die Anruf-Statistik ist deutlich: 161 Anrufe in zwei Wochen, 1 Stunde, 22 Minuten und 46 Sekunden Gesprächsdauer insgesamt. Die 49-Jährige hat die Kollegen der Regionalleitstelle Wittmund sehr gut auf Trab gehalten, allerdings damit auch die Leitung für echte Notfälle blockiert. Wie Polizeisprecherin Nadine Kluge-Gornig erklärt, sei relativ schnell klar gewesen, dass es sich nicht um eine Notlage handelte. Aber natürlich werde jeder Anruf geprüft, auch bei den bisher letzten Anrufen der Frau hätte es durchaus sein können, dass ein "richtiger" Grund vorlag. Was die Frau den Beamten am Telefon erzählt hat, das will die Polizeisprecherin aber nicht verraten.

Strafanzeige zeigt wohl Wirkung

Wer wiederholt den Notruf wählt, ohne wirklich in Not zu sein, der kommt zumindest selbst in juristische Not. "Wer absichtlich oder wissentlich 1. Notrufe oder Notzeichen missbraucht (...), wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft", heißt es im §145 des Strafgesetzbuches. Wie Kluge-Gornig erklärt, habe es mehrfach entsprechende Gespräche mit der Anruferin gegeben, nicht nur am Telefon. Schließlich wurde Strafanzeige erstattet.

Was der Frau jetzt droht, das ist Sache der Staatsanwaltschaft. Immerhin scheint die Anzeige gewirkt zu haben: Der Polizeisprecherin zufolge ist es in der Regionalleitstelle ruhiger geworden und so ist wohl auch mehr Zeit für "echte" Notrufe. "Wenn man sich nicht sicher ist, lieber ein Mal zu viel den Notruf wählen als gar nicht anzurufen." Falls sich die vermeintliche Notlage hinterher anders darstellt, sind keine Konsequenzen zu befürchten.

Quelle: DPA / RTL.de

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