Familienvater im Streit erschlagen

Jugendlicher (17) gesteht tödlichen Angriff

Im Prozess hat der Hauptangeklagte vor Gericht den tödlichen Schlag eingeräumt und Reue gezeigt. Der
Im Prozess hat der Hauptangeklagte vor Gericht den tödlichen Schlag eingeräumt und Reue gezeigt. Der
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh axs

20. Oktober 2020 - 15:55 Uhr

Gewalttat am Augsburger Königsplatz

Am Nikolaustag 2019 schockierte eine Gewalttat am Augsburger Königsplatz viele Menschen in Deutschland. Bei einem Streit mit Jugendlichen wurde ein Familienvater (49) erschlagen. Im Prozess hat der Hauptangeklagte vor Gericht nun den tödlichen Schlag eingeräumt und Reue gezeigt. Der 17-Jährige ließ am Dienstag zu Beginn des Prozesses am Augsburger Landgericht von seinen Verteidigern eine entsprechende Erklärung verlesen.

49-Jähriger verblutete, weil Schlagader platzte

Der Jugendliche muss sich wegen des Todes eines 49 Jahre alten Familienvaters, der Mitglied der Berufsfeuerwehr in Augsburg war, vor der Jugendkammer verantworten. Er hatte laut Anklage den Mann bei einem Streit mit einem einzigen Faustschlag umgebracht, ihm wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Dem Opfer riss durch die Wucht des Schlages eine Schlagader am Kopf, der 49-Jährige verblutete binnen Minuten.

Als er gehört habe, dass durch seinen Schlag der Mann gestorben war, sei er fassungslos gewesen, hieß es in der Erklärung des Jugendlichen. "Ich wollte niemals, dass so etwas passiert."

Erst wurde diskutiert, dann geschlagen

Trauer am Königsplatz Augsburg
Am Königsplatz trauerten Feuerwehrmänner um ihren verstorbenen Kameraden.
© dpa, Stefan Puchner, puc pil

Auslöser war, dass am Abend des 6. Dezember 2019 zwei befreundete Paare nach einem Besuch des Augsburger Weihnachtsmarktes an dem belebten Platz auf eine Gruppe Jugendliche getroffen waren. Dabei entwickelte sich zwischen den zwei Männern und den insgesamt sieben Jugendlichen eine zunächst verbale Auseinandersetzung um eine Zigarette, die ein Jugendlicher von den Erwachsenen schnorren wollte.

Der 17-Jährige erklärte, dass der 49-Jährige dann einen seiner Kumpel zu Boden geschubst habe. Weil er Angst um seinen Freund gehabt habe, sei der 17-Jährige dann gegen den Mann handgreiflich geworden: "Ich versetzte ihm einen Faustschlag, er ging sofort zu Boden." An die weiteren Ereignisse erinnere er sich nur verschwommen. Vor der Tat seien die Jugendlichen in der Stadt unterwegs gewesen und hätten viel Alkohol getrunken.

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Jugendliche flüchteten nach Auseinandersetzung in Augsburg

Mit seiner Erklärung schilderte der Jugendliche das Tatgeschehen weitgehend so, wie es auch in der Anklage dargestellt ist. Die Jugendlichen waren damals geflüchtet, konnten allerdings recht schnell von der Kripo ermittelt werden. Denn der Augsburger Königsplatz wird von der Polizei per Video überwacht.

Dem Hauptangeklagten, der die deutsche, libanesische und türkische Staatsangehörigkeit besitzt, wird zusammen mit zwei anderen aus der Gruppe in dem Prozess ebenfalls vorgeworfen, den 50 Jahre alten zweiten Mann verprügelt zu haben. Das Trio muss sich daher wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verantworten. Das Gericht hat insgesamt acht Verhandlungstage vorgesehen, das Urteil könnte Anfang November verkündet werden.