Protzmillionäre spotteten über Supermarkt-Jobs

Aufstand gegen die Geissens: Kassiererinnen-Diss führt zu Aufruhr im Netz

07. Februar 2020 - 11:24 Uhr

Geissens plauderten über Hasskommentare – dann der Ausrutscher

Ist ihnen wirklich kein Fettnäpfchen zu groß? Die Geissens haben's mal wieder getan: Im RTL-Interview plauderten sie über Hasskommentare im Netz – und traten mit einem Diss gegen Kassiererinnen und Kassierer prompt einen Shitstorm gegen sich los. Das Echo in den sozialen Medien auf die abfällige Äußerung ist vernichtend.

Tausende Reaktionen über RTL-Facebook-Kanäle

"Lieber saudoof und reich als intelligent sein und im Supermarkt an der Kasse sitzen", hatten Robert und Carmen Geiss gespottet. Ein Frontalangriff auf diejenigen, die oft unter wenig glamourösen Bedingungen und in mehreren Schichten am Tag schuften.

Tausende Reaktionen haben uns über die RTL-Facebook-Kanäle erreicht, und die haben einen fast einhelligen Tenor: Was erlauben sich diese Protz-Promis eigentlich?

"Die weiß doch gar nicht, was wirkliche Arbeit bedeutet"

"Man kann nicht alles mit Geld kaufen, vor allem keinen Charakter", äußert Heidi Eisenbeiß. In die gleiche Kerbe schlägt Manuela Huber: "Ein prall gefülltes Konto ist kein Garant für Allgemeinbildung, Respekt oder Anstand."

"Echt unter der Gürtellinie" findet Tanja Goetz den Proll-Kommentar der Geissens. "Die weiß doch gar nicht, was wirkliche Arbeit bedeutet", poltert Userin Dini Richter Richtung Carmen Geiss.

Was den Geissens helfen könnte, ihre Einstellung zu überdenken? "Selbst mal ein paar Wochen an der Kasse sitzen und sie sind schnell ruhig", glaubt Nadine Bork, die offenbar selbst einen Job im Einzelhandel hat. Ihren Kollegen zollt sie Respekt, denn die "… bekommen da vorne alles ab (egal ob negativ oder positiv) und müssen dennoch ruhig bleiben, den ganzen Tag".

Marianne Burger feiert die Geissens – aber nicht etwa für den Kommentar, sondern für das "Eigentor". "Sich selbst als doof zu bezeichnen. Hat schon was", frotzelt sie.

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Kassiererinnen reagieren selbstbewusst

Und diejenigen, gegen die sich der Geissens-Diss richtete? Viele reagieren erstaunlich selbstbewusst, lassen den Spruch einfach an sich abprallen. "Ich bin froh, dass ich an der Kasse stehe und Ende des Monats stolz sein kann, dass ich für meinen Luxus hart arbeite", schreibt Darinka Gutschalk. Und Melanie Groebel findet: "Man kann auch alles auf die Goldwaage legen. Ich arbeite auch an der Kasse. Und fühle mich da nicht angepfiffen."

"Kassierer machen einen tollen Job! Und ich liebe meine Arbeit", schreibt Mona Brandt stolz. Und kann sich einen kleinen Seitenhieb Richtung Geissens nicht verkneifen: "Ich könnte mir niemals vorstellen, unproduktiv zu Hause zu sitzen und nichts zu machen."

Setzen sich die Geissens selbst an die Kasse?

Désirée Simon, die seit 23 Jahren an der Kasse sitzt, hat den Geissens im RTL-Interview ein erstaunliches Angebot gemacht. "Lieber Robert, liebe Carmen, ich lade euch gerne ein, unseren Berufsstand einmal kennenzulernen." Trauen sich die Geissens aus ihrer Komfortzone heraus und setzen sich selbst an die Kasse? Wir sind gespannt auf die Antwort.