Erzieherinnen aus Giersleben sollen nicht gehandelt haben

Aufregung um Doktorspiele: Bürger entscheiden über Kita-Schicksal

08. Juli 2020 - 10:35 Uhr

Wollte die Kita "Wipperzwerge" den Vorfall vertuschen?

Weil Erzieherinnen nach Doktorspielen zwischen Kindern nicht konsequent gehandelt haben sollen, hat eine Kita in Giersleben (Sachsen-Anhalt) mächtig Ärger. Jetzt soll es sogar einen Bürgerentscheid geben, weil die Eltern dem Träger der Einrichtung nicht mehr vertrauen. Der Vorwurf: Die Kita "Wipperzwerge" habe den Vorfall vertuschen wollen, statt dem betroffenen Mädchen zu helfen. Was sind Doktorspiele eigentlich, und sind sie unter Kindern normal? Im Video erklärt Psychologin Jana Miethwenz, worauf müssen Eltern und Erzieher achten müssen.

Bürgerentscheid in Giersleben

Inzwischen haben sich sogar der Landrat und die Sozialministerin eingeschaltet. Im Bürgerentscheid am 30. August soll darüber abgestimmt werden, ob der Mietvertrag für das Kita-Gebäude mit der "Lebenshilfe Bördeland GmbH" gekündigt wird. 900 Einwohner des Dorfes seien dabei wahlberechtigt, berichtet "Bild".

Doktorspiele in Kita: Erzieherin fand weinendes Mädchen

Den Angaben der Zeitung zufolge war ein vierjähriges Mädchen von einem Jungen im gleichen Alter auf einer Toilette zu den Doktorspielen genötigt worden. Eine Erzieherin habe das weinende Mädchen auf dem Kita-Klo gefunden, der Junge dabei vor ihr gehockt. Pikant: Nach einem vergleichbaren Vorfall im Dezember soll untersagt worden sein, dass sich Jungen und Mädchen dort gemeinsam aufhalten.

Gierslebens Bürgermeister Peter Rietsch gab "Bild" zufolge an, Eltern hätten sich an ihn und den Gemeinderat gewendet, weil niemand zuständig gewesen zu sein schien. Nachdem sich keiner um Hilfe für das Mädchen gekümmert hatte, habe Rietsch dann eine Psychologin vermittelt.