Aufräumarbeiten an US-Ostküste beginnen – 'Irene' schwächer als angenommen

09. Februar 2016 - 15:30 Uhr

Erhebliche Schäden durch Überschwemmungen

Nach Wirbelsturm 'Irene' hat in New York das große Aufräumen begonnen. Das Unwetter zog in den Norden Richtung Kanada. In New York fahren wieder Busse und einige U-Bahnen, auch die Flughäfen nahmen den Betrieb wieder auf. Weiter nördlich kämpften in den Neuengland-Staaten die Menschen mit tosenden Fluten und starken Windböen. Mindestens 21 Menschen starben bislang bei dem Unwetter an der US-Ostküste, berichtete der Sender CNN. Experten schätzen, dass 'Irene' Milliarden-Schäden angerichtet hat. New York war glimpflich davongekommen. Vereinzelt waren Straßen überschwemmt und Bäume entwurzelt worden.

Herabgestürzter Baum in New York City
Hurrikan 'Irene' ließ viele Bäume auf die Straßen New York Citys krachen.
© Jackson Lee / Splash News

Präsident Barack Obama warnte die Amerikaner allerdings vor einem zu schnellen Aufatmen: "Ich will unterstreichen, dass die Auswirkungen des Sturms noch für einige Zeit zu spüren sein werden." Das in Neuengland anhaltende Unwetter und dessen Folgen seien weiterhin sehr gefährlich. Die größten Sorgen bereiteten die Überflutungen in vielen Bundesstaaten und die massenhaften Stromausfälle.

Nördlich von New York im Bundesstaat Vermont waren in der Hauptstadt Wilmington Hunderte Straßen gesperrt, berichtete CNN. Die reißenden Fluten hatten Häuserfundamente einfach weggespült, Brücken stürzten ein. Einige kleine Städte seien vollkommen überschwemmt worden. Eine Frau wurde von den Fluten weggerissen und wird seitdem vermisst, sagte Gouverneur Peter Shumlin. In Philadelphia wird laut CNN ein Mann vermisst. Dort stieg das Wasser teilweise auf die Höhe von Straßenschildern. Zwei Gebäude stürzten ein.

Sturm zieht nach Kanada weiter

Unterdessen machte sich 'Irene' in Kanada bemerkbar. In den Provinzen Quebec und New Brunswick an der Ostküste waren mehr als 250.000 Menschen ohne Strom. Auch die Stadt Montreal war zeitweise im Dunkeln. Dort waren mehrere Bäume umgestürzt, verletzt wurde bislang aber niemand. Auch der Flugverkehr wurde teilweise eingestellt. In der östlichen Provinz Nova Scotia riet die Katastrophenschutzbehörde den Menschen, sich gut vorzubereiten und Lebensmittel für drei Tage bereit zu halten.

Die Versicherungen könnten nach aktuellen Schätzungen nach dem Tropensturm mit einem blauen Auge davonkommen: Experten schätzen die versicherten Schäden auf 2,6 bis sieben Milliarden Dollar. Dagegen könnte die Gesamtschadenssumme an der US-Ostküste bei bis zu 20 Milliarden Dollar liegen.

'Irene' hatte das ganze Wochenende an der US-Ostküste getobt und auf ihrem Zug in den Norden die Millionenmetropole New York lahmgelegt. Der Sturm hatte zeitweise Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometer. Die meisten Menschen starben in den Bundesstaaten North Carolina und im benachbarten Virginia. In der gesamten Region waren zeitweise mehr als vier Millionen Menschen ohne Strom.