18. Januar 2019 - 13:46 Uhr

Drama um den kleinen Julen hält Spanien in Atem

Die Eltern, Rettungskräfte, dutzende Experten und unzählige mitfühlende Menschen fragen sich seit Tagen, ob der kleine Julen noch lebt und wie es da unten im 100 Meter tiefen Brunnenschacht aussieht. Dort sitzt der Zweijährige aus dem spanischen Totalán seit Sonntag fest. Jetzt gibt es erste Bilder aus der Tiefe.

Die Aufnahme zeigt die bedrückende Enge

Meter für Meter wird die Kamera langsam in die Tiefe gelassen. Es ist ein Höllenloch mit gerade mal 25 Zentimetern Durchmesser, das kein Ende nehmen will. Nach etwa eineinhalb Minuten Kamerafahrt ist die Aufnahme vorbei. Man kann sich kaum vorstellen, wie es dem zweijährigen Julen in dieser Enge gehen muss. Was dann zu sehen ist, zeigen wir Ihnen im Video.

Helfer: "Wir sind immer optimistisch. Wenn nicht, dann wären wir nicht hier"

Seit sechs Tagen versuchen die Rettungskräfte alles, um den kleinen Jungen aus der Tiefe zu holen. Am Donnerstag versuchten die Helfer noch durch ein Quertunnel an Julen heranzukommen. Doch das löste immer wieder Gesteinsbrocken ab. Deshalb haben die Experten entschieden, zwei senkrechte Tunnel parallel zum Unglücks-Schacht zu bohren. 

Obwohl es nach der Aufnahme aus dem Tunnel schwer vorstellbar ist, dass Julen in der Tiefe überleben kann, glauben die Helfer dennoch fest an seine Rettung. "Wir sind immer optimistisch. Wenn nicht, dann wären wir nicht hier", sagt ein Mitglied des Rettungsteams.

Bohrungen werden noch Stunden andauern

Am Freitag starten die Bohrungen für die neuen Tunnel. 50 Meter in 12 Stunden sind technisch möglich, sagte der leitende Ingenieur Ángel García Vidal. "Aber dann müssen die Voraussetzungen sehr, sehr günstig sein", mahnt er. Auch wenn die Tunnel bis 100 Meter in die Tiefe reichen, kommt man noch immer nicht an Julen heran.

Eine Schwierigkeit kommt auf die Arbeiter noch zu: Am Samstag soll es regnen. Das könnte die Bohrungen erneut verzögern.