Aufatmen beim BVB: Endlich ein Top-Saisonstart

© Bongarts/Getty Images, Bongarts

18. Oktober 2013 - 14:05 Uhr

Ein Spitzentrio im Gleichschritt, Torjäger mit Zielwasser und schon drei Trainer-Rauswürfe - die ersten acht Spieltage der 51. Bundesliga-Saison waren reich an Geschichten. Die sport.de-Redaktion zieht eine erste Bilanz und nimmt die 18 Vereine genauer unter die Lupe.

Auch wenn Borussia Dortmund womöglich immer noch der unnötigen Niederlage bei Borussia Mönchengladbach am vergangenen Spieltag nachtrauert, ist beim BVB grundsätzlich das große Aufatmen angesagt. Denn anders als in den beiden vergangenen Jahren haben die Dortmunder in dieser Spielzeit den Saisonauftakt nicht verschlafen.

Mit 19 Punkten aus den ersten acht Spielen liegt die Borussia auf Platz 2, nur einen Zähler hinter den Bayern. Zum Vergleich: In der Saison 2011/12 hatte der BVB in den ersten acht Spielen nur 13 Punkte geholt und lag zu diesem Zeitpunkt bereits 6 Punkte hinter den Bayern. Und im vergangenen Jahr war es sogar noch dramatischer. Weil Dortmund nur 12 Punkte in den ersten acht Partien gesammelt hatte und die Münchner mit der perfekten Ausbeute von 24 Zähler schon ganze 12 Punkte Vorsprung auf Jürgen Klopps Team hatten, war die Meisterschaft eigentlich schon nach acht Spielen gelaufen.

Der BVB hat ganz offensichtlich aus den Fehlern der vergangenen Saison gelernt. Speziell in der Hinrunde hatte Dortmund in der vorangegangenen Spielzeit zu oft gegen die vermeintlich kleinen Mannschaften Federn gelassen. Wenn Dortmund in der Vorsaison in Führung ging, schalteten die Spieler von Klopp oftmals einen Gang runter, fühlten sich im Hinterkopf womöglich schon als die sicheren Sieger. Daher kassierte die Borussia nicht selten noch den Ausgleich. Doch das machen die Dortmunder in dieser Saison wesentlich besser. Auch nach einem Führungstreffer zieht der BVB sein Spiel weiter konzentriert durch.

Vor allem die Defensive wirkt dabei stabiler. 42 Gegentreffer kassierte Dortmund vergangene Saison, viel zu viele für einen Meisterschaftskandidaten. In dieser Spielzeit kassierte Dortmund sieben Gegentore, hochgerechnet auf alle 34 Spieltage entspricht das einem Wert von 29 Gegentoren. Und auch mit dem Wert der selbst erzielten Treffer darf Dortmund sehr zufrieden sein. Mit 21 Toren stellt der BVB dahingehend den Bestwert der Liga, auch weil Robert Lewandowski, der mit sechs Toren die Torjägerliste anführt, trotz des ganzen Transfer-Rummels so stark spielt wie im vergangenen Jahr.

Neuzugänge schlagen ein

Kevin Großkreutz, Borussia Dortmund
Kevin Großkreutz spielt bisher eine starke Saison.
© dpa, Andreas Gebert

An der Dortmunder Leistungssteigerung sind neben den altbekannten Leistungsträgern auch vier neue Gesichter maßgeblich beteiligt. Der für 25 Millionen Euro von Schachtjor Donezk zum BVB gewechselte Henrikh Mkhitaryan glänzt als eleganter Spielgestalter im offensiven Zentrum. Pierre-Emerick Aubameyang, der vom AS St. Etienne zur Borussia kam, beeindruckt bisher nicht nur als wieselflinker Flügelflitzer, sondern auch als Torjäger (5 Saisontreffer). Erik Durm, den die Dortmunder aus ihrer Reserve in die 1. Mannschaft beförderten, ersetzt derzeit überraschend stark den verletzten Linksverteidiger Marcel Schmelzer. Und auch Jonas Hofmann, ebenfalls aus der Reserve rekrutiert, stellte seine Offensiv-Qualitäten bereits mehrmals in dieser Saison unter Beweis. Bei den ganzen Offensiv-Stars, die im Sommer zum BVB wechselten, sind die Tränen wegen des Abgangs von Mario Götze längst getrocknet.

Das größte Lob aller Borussen der bisherigen Saison gilt sicher Kevin Großkreutz. Der Ur-Dortmunder ersetzt den bis zur Rückrunde verletzten Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek. Vor der Saison hatten die meisten BVB-Fans wohl ein mulmiges Gefühl bei dem Gedanken daran, dass Großkreutz auf dieser für ihn ungewohnten Position ran soll. Doch der 25-Jährige spielt defensiv äußerst überzeugend und unterstützt Jakub Blaszczykowski oder Aubameyang immer wieder auf der rechten Offensiv-Bahn.

Die neutralen Fußball-Fans, die nach der beeindruckenden Bayern-Saison vom Vorjahr auch in diesem Jahr einen langweiligen Meisterschaftskampf befürchteten, nehmen es mit Freude zur Kenntnis, dass Dortmund bisher fleißig Punkte sammelt. Der Spielplan meinte es bis jetzt gut mit den Borussen, die in der Hinrunde unter anderem noch gegen die drei Champions-League-Teilnehmer Schalke, Leverkusen und Bayern antreten müssen. Wenn der BVB auch in diesen Spielen punktet, darf sich der Bundesliga-Zuschauer wohl noch etwas länger an dem spannenden Titelkampf erfreuen.