Auf der Flucht nach Europa: Schleuser vergewaltigen Flüchtlinge

26. August 2015 - 13:15 Uhr

"Wir hatten nicht so viel Geld und dann wurden viele von uns vergewaltigt"

Mehr als 2.000 Flüchtlinge sind in diesem Jahr schon im Mittelmeer ums Leben gekommen. Diese Zahl hat die Internationale Organisation für Menschenrechte veröffentlicht. Doch nicht nur die Fahrt übers Mittelmeer ist für die Flüchtlinge gefährlich. Besonders Frauen und Kinder erleben auf ihrem Weg nach Europa Grausames.

Flüchtlinge Frauen und Kinder oft vergewaltigt
Frauen werden auf der Flucht nach Europa oft Opfer von Gewalt.

Meron ist 32 Jahre alt, ihre Tochter ist acht. Beide versuchen vom französischen Calais aus durch den Eurotunnel nach England zu gelangen. Auf ihrer Flucht aus Eritrea nach Frankreich wurden beide vergewaltigt. Oft nutzen Schleuser die Not der fliehenden Frauen aus. "Sie sagten, wir müssen 10.000 Dollar zahlen. Wir hatten nicht so viel Geld und dann wurden viele von uns vergewaltigt", erzählt Meran.

In ihren Heimatländern haben Frauen nicht das Recht Entscheidungen zu treffen oder ihre Meinung zu vertreten. "Besonders Frauen leben in der Gefahr sexuelle Gewalt zu erfahren - natürlich während ihrer Flucht und wahrscheinlich auch hier im Camp", erklärt Isabelle Bruand von Medicins du Monde. Die Hilfsorganisation hat im Flüchtlingslager eine Klinik eröffnet. Den oftmals traumatisierten Frauen und Kindern soll hier geholfen werden. Es sei sehr wichtig, sie zu schützen, sagt Bruand.

Auch Samra ist aus Eritrea geflohen. Sie ist im siebten Monat schwanger und versucht alles, um vor der Geburt ihres Kindes über den Ärmelkanal nach England zu kommen. "Ich bin hier für meinen Frieden, für meine Rechte und für meine Zukunft", sagt die junge Frau. "Für die Zukunft meines Kindes".