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Auch Privathaushalte betroffen: Russland soll globale Cyberattacke verübt haben

Russland soll weltweit zentrale Router angegriffen haben
Russland soll weltweit zentrale Router angegriffen haben Auch Privatpersonen betroffen 01:02

Im Extremfall kann das Internet lahmgelegt werden

Die USA und Großbritannien warnen vor einem großangelegten Hacker-Angriff aus Russland. Millionen Internetrouter auf der ganzen Welt sollen gefährdet sein. Ein Vertreter des Weißen Hauses spricht von einer "gewaltigen Waffe". Die Meldung dürfte die Beziehungen des Westens zu Russland weiter belasten.

Hauptziele sind Router und Firewalls gewesen

Hauptziele der Cyberangriffe seien wesentliche Installationen wie Router, Switches und Firewalls gewesen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung des nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC), des FBI und dem US-Ministerium für Heimatschutz. Router steuern den Internetverkehr. Wenn es den Russen gelingen sollte, die Kontrolle über Millionen von Geräten auf der ganzen Welt zu gelangen, könnten sie im Extremfall das Internet lahmlegen. Auch große Ziele wie Stromnetze könnten abgeschaltet werden. Der Angriff soll sich vor allem gegen staatliche Ziele und Unternehmen richten. Aber auch Privatpersonen seien von der Attacke betroffen.

Auf Basis von Geheimdiensterkenntnissen listet die Erklärung detailliert die Methoden auf, mit denen russische Hacker in großem Umfang Netzwerkinfrastrukturen infiltriert hätten. Diese Vorbereitung könne einen bevorstehenden Cyberangriff nahelegen, so die Experten. Die Aktivität der Eindringlinge in die Netzwerke werde schon seit einigen Monaten beobachtet, erste Hinweise über Aktivitäten der Hacker seien schon 2015 bei US-amerikanischen Dienststellen eingegangen. 

"Eine gewaltige Waffe"

Im Extremfall könnte das Internet lahmgelegt werden.
Router steuern den Internetverkehr auf der ganzen Welt. © dpa, Matthias Balk

Der Angriff stehe jedoch nicht in direktem Bezug mit dem Raketenangriff der Westmächte auf Syrien am vergangenen Samstag. NCSC-Vertreter Ciaran Martin sprach von einem "bedeutenden Moment" im Kampf gegen die russische Aggression im Netz. Nach seinen Worten stünden "Millionen von Maschinen (Rechnern) weltweit" im Visier dieses geplanten Angriffs.

Die britische Regierung werde mit den USA und anderen internationalen Verbündeten und Industriepartnern zusammenarbeiten, betonte Martin. Ziel sei, das "inakzeptable Cyber-Verhalten Russlands zu enttarnen". Nach den Worten des Vize für Cyber-Sicherheit aus dem Weißen Haus, Rob Joyce, gehen die USA mit großer Sicherheit von einer russischen Urheberschaft aus. 

Im Detail betroffen sind den Angaben zufolge Systeme, die mit Cisco Smart Install SMI ausgestattet sind, das Netzprotokoll Generic Routing Encapsulation GRE und das Netzwerkprotokoll SNMP, das Netzwerkelemente wie Router, Server oder Computer steuert und überwacht. "Es ist eine gewaltige Waffe in den Händen eines Widersachers", sagte Joyce.

Russland streitet Beteiligung an Attacke ab

Russland selbst streitet wie schon in anderen Fällen auch die Attacke ab. "Die Vorwürfe werden wie schon der mutmaßliche Chemieangriff in Syrien oder die russische Beteiligung in Zusammenhang mit der Skripal-Affäre zurückgewiesen", so RTL-Korrespondent in Moskau, Rainer Munz. "Es werden viele Nebelkerzen geworfen, andere Spuren gelegt. Das Ganze ist zu einem Propagandakrieg zwischen Russland und dem Westen geworfen. Und nicht immer hat der Westen ein glückliches Händchen, wenn es darum geht, nachzuweisen, dass entsprechende Angriffe tatsächlich aus Russland stammen. Das wird aus Moskau genutzt und es wird gefragt: Wo bleiben denn die stichhaltigen Bewiese. Solange es nicht klare Belege gibt, wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern."

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