Nach Bundeswehr-Rückzug

Auch Nato zieht einen Teil der Soldaten aus dem Irak ab

Bundeswehreinsatz im Irak
© dpa, Michael Kappeler, mkx jhe cgt fdt jai

07. Januar 2020 - 16:49 Uhr

Nato-Trainingsmission im Irak

Nachdem die Bundeswehr am Dienstag angekündigt hatte, ein Viertel der dort stationierten Truppen aus dem Irak abzuziehen, hat nun auch das Militärbündnis Nato beschlossen, einen Teil ihrer 500 Soldaten abzuziehen. Hintergrund ist die befürchtete Eskalation nach dem US-Luftangriff, bei dem der iranische Top-general Soleimani getötet worden war. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Abzug der Nato-Soldaten läuft bereits

Der Abzug läuft nach Informationen des Magazins bereits, ein kroatisches Kontingent sei bereits nach Kuwait verlegt worden. Die Nato bildet mit 500 Soldaten im Irak Sicherheitskräfte aus.

"Die Sicherheit unseres Personals ist von größter Wichtigkeit", erklärte ein Nato-Mitarbeiter. Deshalb habe man sich zu einer vorübergehenden Verlegung entschlossen. Die Präsenz der Nato im Irak solle aber beibehalten werden. Man sei bereit, die Ausbildungsmission wieder aufzunehmen, wenn es die Lage vor Ort zulasse.

Der Einsatz hatte im Jar 2018 begonnen. Er soll die irakischen Streitkräfte in die Lage versetzen, ein Wiedererstarken der Terrormiliz IS zu verhindern. Dazu schulen mehrere hundert Ausbilder irakische Militärausbilder und helfen beim Aufbau von Militärschulen. Als Ausbildungsort wurde neben der Hauptstadt-Region Bagdad unter anderem der Militärkomplex in Tadschi ausgewählt. Die Bundeswehr ist an dem Einsatz nicht beteiligt, ist aber in anderem Zusammenhang ebenfalls mit 120 Soldaten vor Ort.

Bundeswehr verlegt Teil ihrer Soldaten nach Kuwait

Am Montagmorgen hatte bereits die deutsche Bundeswehr erklärt, Truppen aus dem Gebiet abziehen zu wollen. 30 der insgesamt 120 Soldaten sollen nach Kuwait verlegt werden.