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Auch für Männer tickt die biologische Uhr

Auch für Männer tickt die biologische Uhr

Wann ist Man(n) zu alt für Kinder? Jeder 20. Vater ist bei der Geburt seines Kindes über 50
Jeder 20. Vater ist bei der Geburt seines Kindes über 50 Jahre alt
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Immer mehr ältere Väter

Auf Spielplätzen sieht man hierzulande immer häufiger Grauhäupter mit kleinen Kindern. Sie sind nicht Großväter, sondern Väter. Es ist ein Trend: Jedes 20. Kind, das in Deutschland geboren wird, hat einen Vater, der älter als 50 Jahre alt ist. Nach oben scheint es keine Grenzen zu geben. Der Schauspieler Rowan Atkinson, vor allem bekannt durch seine Paraderolle als 'Mr. Bean', wird gerade mit 62 Jahren noch einmal Vater . Männer können tatsächlich bis ins hohe Alter Kinder zeugen – allerdings nicht ohne Risiko. Es gibt wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass die berühmte biologische Uhr nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer tickt.

Von Christiane Mitatselis

Risiko-Schwanger ab 35

Frauen, die ihr erstes Kind ab dem Alter von 35 Jahren bekommen, gelten in Deutschland bereits als Risiko-Schwangere. Das bedeutet: Komplikationen und Fehlgeburten treten häufiger auf als bei jüngeren Frauen. Mit zunehmendem Alter steigt zum Beispiel auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind mit einer Chromosomen-Anomalie wie dem Down-Syndrom geboren wird.

Rate der Fehlgeburten steigt

Lange Zeit sprach man, wenn es um Risiken ging, nur von den Müttern. Doch inzwischen weiß man, dass es auch auf das Alter des Vaters ankommt. In einer Studie, in der Wissenschaftler in einem Pariser Kinderwunschzentrum die Daten von mehr als 20.000 Paaren auswerteten, stellte sich heraus, dass ältere Männer nicht nur weniger fruchtbar sind als jüngere. Sondern auch, dass die Rate der Fehlgeburten ebenfalls steigt, wenn der Vater älter als 35 ist.

Eine andere Untersuchung der dänischen Universität Aarhus zeigte außerdem: Bei Vätern, die 45 Jahre oder älter sind, verdoppelt sich das Risiko, dass die Kinder nicht gesund zur Welt kommen. Fehlbildungen, Epilepsie, Autismus und Herzerkrankungen seien typisch, heißt es.

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Kinder werden früher zu Halb-Waisen

Genauso gilt es dies zu bedenken: Ein Mann, der wie Rowan Atkinson mit 62 Jahren noch Vaterfreuden entgegensieht, muss sich bewusst sein, dass er im Normalfall den größten Teil des Lebens seines Kindes nicht miterleben wird. In England beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer 78 Jahre. Das Kind wäre somit im statistischen Durchschnitt 16 Jahre alt, wenn der Vater stirbt. In Atkinsons Fall ist die Mutter mit 33 Jahren noch recht jung, somit dürfte es wenigstens von einem Elternteil noch recht lange etwas haben.

Außerdem hat „Mr. Bean“ zwei erwachsene Kinder aus einer früheren Ehe. Vielleicht helfen sie dem Vater ja ein bisschen bei seiner neuen Aufgabe. Denn für einen älteren Herrn im typischen Großvater-Alter ist gar nicht so einfach, ein kleines Kind tagtäglich zu betreuen und genügend Energie und Nervenstärke aufzubringen, um es bei Laune zu halten.