Auch Deutsche erstatten Strafanzeige gegen VW

24. September 2015 - 7:51 Uhr

VW-Chef gibt öffentlich Betrug zu

Der VW-Konzern gerät wegen der Abgas-Affäre nun auch in Deutschland ins Visier der Justiz. Mehrere Bürger hätten aufgrund der manipulierten Messungen bei Dieselfahrzeugen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig erstattet, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums in Hannover.

Elf Millionen Autos manipuliert - VW-Chef Winterkorn verspricht Aufklärung
VW-Chef Winterkorn hat sich mit drastischen Worten für den Betrug entschuldigt.
© dpa, Julian Stratenschulte

Derzeit laufe die strafrechtliche Bewertung noch. Zum genauen Umfang und zu den in den Anzeigen formulierten Vorwürfen äußerte er sich nicht. Seit dem Wochenende ist bekannt, dass VW in den USA mit einer speziellen Software die Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen manipuliert hat. Nach Konzernangaben sind weltweit rund elf Millionen Wagen betroffen. In Wolfsburg setzte das Präsidium des Aufsichtsrats seine Beratungen über Konsequenzen der Affäre fort. Dabei geht es auch um die berufliche Zukunft von VW-Chef Martin Winterkorn.

In den Vereinigten Staaten könnten sowohl wegen möglicher Straftaten wie Betrug als auch wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Umweltgesetze empfindliche Strafen und Bußgelder gegen VW verhängt werden. Mehrere US-Bundesstaaten sind dabei, ein Bündnis zu formen, um Ermittlungen gegen den deutschen Autobauer einzuleiten, hieß es aus dem Büro des New Yorker Staatsanwalts Eric Schneiderman.

"Wir klären das auf": Mit diesen Worten hat VW-Chef Martin Winterkorn auch öffentlich den massiven Betrug an Kunden und Behörden zugegeben. Und die neuen Zahlen machen sprachlos: Nicht knapp 500.000 Autos, sondern elf Millionen Diesel-Fahrzeuge hat VW weltweit manipuliert.

Der Vorstandsvositzender der Volkswagen AG sagte: "Die Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren unseres Konzerns widersprechen allem, für was Volkswagen steht. Ich entschuldige mich in aller Form bei unseren Kunden, bei den Behörden und der gesamten Öffentlichkeit." Der Schaden ist unabsehbar: In nur zwei Tagen verlor VW 27 Milliarden Euro an Börsenwert - davon könnte man mehr als anderthalb Millionen VW-Golfs kaufen.