Athen: Polizei löst Flüchtlingslager auf

Die griechische Polizei hat in der Hauptstadt Athen ein Flüchtlingslager aufgelöst. Rund 100 Emigranten aus Iran, Pakistan, Afghanistan und den Palästinensergebieten wurden in Gewahrsam genommen und in Polizeistationen gebracht. Die Menschen hatten nahe eines Büros des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) wochenlang ihre Zelte aufgeschlagen, politische Verfolgung in ihrer Heimat beklagt und Asyl gefordert. Sie kritisieren, dass ihre Anträge in einigen Fällen seit acht Jahren unbearbeitet sind und zwischen verschiedenen Behörden hin und her geschoben werden.

Vor der Polizeiaktion hatten sich einige Flüchtlinge aus Protest den Mund zugenäht. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht. Bei der Räumung kletterten einige Lagerbewohner auf Bäume. Andere nahmen ihre Kinder und rannten auf eine Hauptstraße. Der Verkehr an einer wichtigen Verkehrsader Athens brach zeitweise zusammen, wie Fernsehsender berichteten. Die griechische Regierung versprach bereits mehrmals, das Verfahren zur Prüfung der Asylanträge zu beschleunigen. Bislang sei jedoch nichts geschehen, meinten Vertreter von Menschenrechtsorganisationen.