Athen: Heftige Randale vor Abstimmung über Sparpaket

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10. Februar 2016 - 13:21 Uhr

Vermummte gehen werfen Feuerwerkskörpern auf Polizisten

In der griechischen Hauptstadt Athen haben Randalierer am Rande einer friedlichen Demonstration von etwa 20.000 Menschen die Polizei angegriffen. Etwa 200 mit Knüppeln bewaffnete Vermummte versuchten am Sonntag, Absperrungen vor dem Parlament zu durchbrechen. Die Vermummten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizei. Dabei wurde ein Beamter verletzt. Im Parlament debattierten die Abgeordneten heftig über die Annahme des umstrittenen Sparpakets.

Die Polizei setzte massiv Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Randalierer auseinander zu treiben. Die Vermummten warfen mehrere Brandflaschen auf die Sicherheitskräfte. Dabei entstand auf dem gesamten Platz vor dem Parlament ein beißender Geruch. Die Kundgebungsteilnehmer, die gegen das Sparpaket demonstrieren wollten, flüchteten in Panik vom Platz, wie das Fernsehen zeigte. Die Polizei setzte starke Einheiten ein, um den gesamten Platz vor dem Parlament von Demonstranten zu räumen.

Auch im Parlament herrschte hitzige Stimmung. Ein kommunistischer Abgeordneter warf einen Aktenordner mit dem Sparprogramm in Richtung des Finanzministers Evangelos Venizelos. "Das ist die schlimmste Art de Populismus. Sie führen das Land in die Katastrophe", erwiderte Venizelos.

Mit Abweichlern wird gerechnet

Die namentliche Abstimmung über das Sparpaket soll um Mitternacht (Ortszeit) beginnen. Das Parlament hat 300 Sitze. Die Sozialisten und die Konservativen, die die Regierung der parteilosen Ministerpräsidenten Lucas Papademos unterstützen, haben insgesamt 236 Abgeordnete. Obwohl man mit vielen Abweichlern rechnet, gehen alle Beobachter davon aus, dass das neue harte Sparprogramm in der Nacht zum Montag mit einer klaren Mehrheit gebilligt wird.

Bevor die Sitzung begann, mussten drei neue Abgeordnete vereidigt werden, weil drei bisherige Abgeordnete am Vortag aus Protest gegen das harte Sparprogramm zurückgetreten waren.