14. Januar 2015 - 19:42 Uhr

Lichtsmog kann Fettleibigkeit, psychische Erkrankungen und Krebs verursachen

Die Milchstraße ist für viele Menschen nicht mehr sichtbar. Weder in der Stadt, noch auf dem Land. Kunstlicht wie Laternen und Werbepilonen beleuchten nachts unsere Straßen, wogegen die Sterne nicht anleuchten können. 50 bis 100 Lux reichen aus, um die Gesundheit zu schädigen – an vielen Orten Deutschlands sind es mehr als dreimal so viel. So können Fettleibigkeit, psychische Erkrankungen und Krebs die Folge unserer immensen Lichtnutzung sein.

Ein Sternenhimmel ohne Lichteinwirkung von unten.
So könnte unser Sternenhimmel aussehen, wenn das Licht nachts ausbleiben würde. (Motivbild)

Denn während das Leben auf der Erde seit 3,5 Milliarden Jahren von Tag und Nacht, von hell und dunkel bestimmt wird, kommt durch das permanente Licht die innere Uhr durcheinander.

Wie die Milchstraße für uns wieder sichtbar werden könnte

Der Astronom Harald Bardenhagen warnt deshalb vor einem ansteigenden Lichtsmog. Seine Mission ist es, die Nacht zu schützen und die Lichtsmogverursacher ausfindig zu machen. 30 Prozent der Lichtverschmutzung könnte eingespart werden. So können zum Beispiel beleuchtete Werbepilonen oder Industrieanlagen auch mit weniger intensivem Licht auskommen.

Doch es gibt keine Lichtsmogverordnung, wie etwa bei Luft und Lärm. Obwohl eine solche technisch leicht umsetzbar wäre, denn "Lichtverschmutzung ist eigentlich die einzige Form von Umweltverschmutzung, die man von heute auf gleich sofort abschalten kann", sagt Bardenhagen.

Manche Städte haben bereits Straßenlampen eingeführt, die nach unten strahlen. Ihr gelbes Licht hat den geringsten negativen Einfluss auf Mensch und Tier. Wenn andere Gemeinden nachziehen, könnten größere Schäden abgewendet und der Sternenhimmel wieder für alle sichtbar werden.