Tipps für die Corona-Isolation

Astro-Alex: "Wir kriegen das zusammen hin!"

Vor dem Start der ISS
© dpa, Pool, si lb kde

26. März 2020 - 20:57 Uhr

Alexander Gerst kennt sich mit Extremsituationen aus

Isoliert von der sozialen Außenwelt, weit weg von den Liebsten in einer absoluten Extremsituation: Während das viele jetzt in Zeiten von Quarantäne und Ausgangssperre erst mühsam lernen müssen, spricht Astronaut Alexander Gerst schon aus Erfahrung und ruft alle zu optimistischem Denken auf. 

Die Situation stärkt das Gemeinschaftsgefühl

"Es ist sehr wichtig in solchen Zeiten, dass man positiv nach vorne schaut", sagte Gerst am Donnerstag in einer Online-Videoschalte der Initiative Asteroid Day und der Europäischen Weltraumorganisation (Esa). Er sei "sehr positiv, dass wir alle zusammen das hinkriegen." So eine Herausforderung zu überwinden, habe etwas Gutes für das Gemeinschaftsgefühl: Man arbeite international zusammen, helfe sich gegenseitig aus. Man könne es als Chance sehen, eine ungekannte Situation wie die aktuelle als Gruppe international zu überstehen - daraus könne man gewinnen, betonte Gerst. Die Menschen könnten sich jetzt auch fragen, wie sie wohl in zehn Jahren auf die aktuelle Zeit zurückschauen werden. Man werde vielleicht sagen: "Wir haben das Beste daraus gemacht, wir haben uns gegenseitig geholfen."

Gerst-Appell: zu Hause bleiben!

ARCHIV - 06.06.2018, Kasachstan, Baikonur: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst winkt vor dem Abflug zur Raumstation ISS. (Zu dpa "Deutscher Astronaut Gerst fliegt zurück zur Erde") Foto: Dmitri Lovetsky/AP POOL/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Alexander Gerst hat bereits 362 Tage im Weltraum verbracht.
© dpa, Dmitri Lovetsky, DL fdo js wst

Gerst appellierte in deutlichen Worten an seine Zuhörer und betonte in seinem Home-Office, es gebe durchaus ein sehr wirkungsvolles Mittel, die Krankheit einzudämmen: zu Hause zu bleiben. Dadurch hat laut Gerst jeder Einzelne ein bisschen Kontrolle über diese neue Situation. Und Kontrolle zu behalten habe ihm auch in der Raumfahrt sehr geholfen, um irrationalen Ängsten vorzubeugen. Der ebenfalls zugeschaltete ehemalige Astronaut Thomas Reiter sagte, es sei auch wichtig, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man verändern könne - und sich mit der nicht zu ändernden Situation abzufinden. Für eine Zeit in Quarantäne gab er den Tipp, Routinen zu folgen, nicht in den Tag hinein zu leben.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie jederzeit in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

"Respekt" an die Pflegekräfte

Gerst ergänzte, wer nun am gleichen Ort lebe und arbeite - wie man das als Astronaut auch im All erlebt -, solle Grenzen schaffen, um die Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu halten. Gerst und Reiter dankten Pflegekräften, Ärzten und Beschäftigten in der Versorgung für ihre Leistung. Diese Menschen hielten derzeit das Land am Laufen. "Respekt", sagte Gerst.

Den gesamten Livestream mit Alexander Gerst und Thomas Reiter können Sie sich hier anschauen: