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Astro-Alex: Bleibt der deutsche Astronaut länger im All als geplant?

Bleibt Alexander Gerst länger im All?
Bleibt Alexander Gerst länger im All? Astronauten mussten notlanden - und fehlen jetzt auf der ISS 00:30

Insider spekulieren auf dreimonatige Verlängerung

Alexander Gerst ist der deutsche Stern im All - poetisch gesagt. Seit Anfang Oktober ist der 42-Jährige Kommandant auf der internationalen Raumstation ISS, auf der er eigentlich von Juni bis Dezember bleiben sollte. Jetzt wird spekuliert, ob Gerst seine Zeit im Weltraum verlängert. Hintergrund ist der missglückte Start der bemannten Sojus-Kapsel am Donnerstag. 

Historische Notlandung mit einer Sojus-Rakete

Die Astronauten Nick Hague und Alexej Owtschinin waren auf dem Weg zur ISS, als die Raumkapsel Sojus M-10 plötzlich eine Panne an der Trägerrakete anzeigte. Unmittelbar haben der Amerikaner und der Russe die Notlandung eingeleitet - und wurden schließlich von Rettungskräften in der Wüste von Kasachstan gefunden. Beiden geht es gut.

Die Folgen für die NASA dürften trotzdem weit reichen. Es war der 65. Flug einer Sojus-Rakete und einen ähnlichen Zwischenfall hatte es das letzte Mal im Jahr 1975 gegeben. Kurz nach der Notlandung hatte Dmitrij Rogosin, Direktor der russischen Raumfahrtbehörde, bei Twitter die Bildung einer Kommission angekündigt. Die soll den Vorfall genauer untersuchen. 

Auch Alexander Gerst hat am Donnerstag zu dem missglückten Start getwittert.

Vorerst soll es keine bemannten Sojus-Flüge geben

"In einer solchen Situation gibt es vorerst keine weiteren Starts, bis die Ursache endgültig geklärt worden ist", sagte Vizeregierungschef Juri Borissow. Borissow für die internationale Raumfahrt und zuständig. "Andererseits hat sich gezeigt, dass die Notfall- und Rettungssysteme funktionieren, und das ist sehr wichtig."

Deshalb steht jetzt in Frage, wann unser Astro-Alex genau nach Hause kommen soll. Geplant war die Rückfahrt von der ISS zur Erde für Dezember, dann wäre er sechs Monate im All gewesen. Nun spekulieren Weltraum-Experten über eine Verlängerung von Gerst. "Alexander Gerst wird sicherlich noch einmal drei Monate länger da oben bleiben", sagte der frühere Astronaut Ulrich Walter. Möglich wäre es also, dass Gerst und seine Astronauten-Kollegen erst Anfang 2019 zur Erde zurück kommen.

Alexander Gerst ist der neue Chef auf der ISS
Alexander Gerst ist der neue Chef auf der ISS In Notfällen gibt Astro-Alex den Ton an 01:10

Für Spekulierungen "ist es jetzt zu früh"

Der Chef der Esa, Europas Raumfahrtbehörde, Jan Wörner ist mit diesen Ankündigungen zurückhaltender: "Es hängt ganz wesentlich davon ab, wie schnell man die Ursache findet und für die Zukunft ausschließen kann." Mit der Ursache meint Wörner den Grund für den geplatzten Sojus-Flug. Dann erst könne man über eine Verlängerung von Gersts Aufenthalt entscheiden. Falls es aber doch dazu käme, wären die Voraussetzungen gegeben.

Russische Raumfahrtexperten halten den Start einer Sojus-Kapsel für Dezember für realistisch. Schließlich kann eine Rückkehr der im Weltall lebenden Astronauten nicht ewig hinausgezögert werden. Eine Sojus-Kapsel sollte nicht länger als sechs Monate an der ISS andocken. Danach lösen sich langsam die Treibstoffe auf, die für den Rückflug gebraucht werden.

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