Nach Empfehlung durch die EMA

Mehrere Politiker wollen sich mit AstraZeneca-Impfstoff impfen lassen

19. März 2021 - 11:14 Uhr

Kretschmann soll noch diese Woche geimpft werden

Die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA für den AstraZeneca-Impfstoff ist raus: Das Medikament ist sicher! Um das zu unterstreichen, haben mehrere deutsche und europäische Spitzenpolitiker angekündigt, sich mit dem Mittel impfen zu lassen, wenn sie an der Reihe sind. Einer könnte schon sehr bald den Anfang machen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will sich am Freitag in Stuttgart impfen lassen. Mit seinen 72 Jahren ist er bereits impfberechtigt.

Auch andere Politiker begrüßen die Entscheidung der EMA, den Impfstoff von AstraZeneca wieder zu empfehlen.

Lauterbach über AstraZeneca: "Der Nutzen des Impfstoffs überwiegt"

"Es ist die richtige Entscheidung!" So kommentierte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die EMA-Entscheidung im RTL-Interview. Es sei ein wichtiges Signal, dass sich die Europäische Arzneimittelbehörde hinter den AstraZeneca-Impfstoff gestellt habe. Man müsse unterscheiden zwischen allgemeinen Thrombosen und den sehr seltenen Hirnvenenthrombosen, so Lauterbach. Die Hirnvenenthrombose sei zwar erhöht gewesen. Es betreffe aber nur einen von 100.000 Geimpften. "Der Nutzen des Impfstoffs überwiegt. Deshalb bin ich froh, dass die EMA sich klar hinter den AstraZeneca-Impfstoff gestellt hat.

Lindner: Risiko einer Corona-Erkrankung größer als die Nebenwirkungen

Unter den Befürwortern der EMA-Entscheidung ist auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner. Im RTL-Interview sagte Lindner, die Risiken, die eine Corona-Infektion mit sich bringe, seien definitiv größer als das Risiko der Nebenwirkungen. Deshalb befürworte die FDP, dass der AstraZeneca-Impfstoff weiterhin verimpft werde. Linder kritisierte allerdings den Umgang der Bundesregierung mit dem Thema. "Die Kommunikation der letzten Tage war verheerend. Das kann man gar nicht anders sagen", so Linder am RTL-Mikrofon. Jetzt komme es darauf an, diesen Fehler zu korrigieren. "Ich glaube, dass eine Abgabe des Impfstoffs auf freiwilliger Basis jetzt richtig wäre. Wer das – auch als Regierungsmitglied – möchte, der sollte das tun. Ich würde es tun", fügte der FDP-Politiker hinzu.

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Bouffier ruft Bürger zur Impfung mit AstraZeneca auf

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier wirbt für den Impfstoff von AstraZeneca. Der Impfstopp habe das Vertrauen in das Mittel eher erschüttert - als dass er geholfen habe. "Ich würde trotzdem alle Bürgerinnen und Bürger aufrufen, sich impfen zu lassen - auch mit AstraZeneca", sagt Bouffier. "Und ich sage Ihnen, wenn ich einen Impftermin habe und AstraZeneca mir angeboten wird, werde ich dieses Angebot annehmen, weil ich davon überzeugt bin, dass jede Impfung besser ist. als ohne Impfschutz zu sein."

Auch seine rheinland-pfälzische Amtskollegin Malu Dreyer zeigte sich bereit für eine Fortsetzung der Impfkampagne mit AstraZeneca. "Die Europäische Arzneimittelbehörde gilt als eine sehr strenge Kontrollbehörde. Sie hat die Verdachtsfälle geprüft", sagt sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Entscheidung von heute ist klar. Sobald die Bundesregierung grünes Licht gibt, werden wir in Rheinland-Pfalz mit unserer Impfkampagne wieder volle Fahrt aufnehmen."

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Europäische Regierungen reagieren unterschiedlich auf EMA-Empfehlung

International sind die Reaktionen auf die erneute Empfehlung des Impfstoffs jedoch gespalten. Direkt nachdem die EMA erneut grünes Licht für den AstraZeneca-Impfstoff gegeben hatte, teilte Italiens Mario Draghi mit, schon ab Freitag das Mittel wieder einsetzen zu wollen.

Schweden hingegen will am Impfstopp mit AstraZeneca vorerst festhalten. Man benötige "einige Tage", um die Entscheidung der EMA zu prüfen, sagt der Leiter der schwedischen Gesundheitsbehörde, Johan Carlson.

Unabhängig von der heutigen EMA-Entscheidung setzte auch der britische Premierminister Boris Johnson ein Zeichen für die Unterstützung des Impfstoffs. Wie Johnson mitteilte, wer er sich bereits am Freitag mit dem AstraZeneca-Impfstoff impfen lassen. In Großbritannien sind anders als in Deutschland schon mehr als 30 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft und es gibt keine so strenge Impfreihenfolge, wie in Deutschland.

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