Assange-Rede auf Botschafts-Balkon

21. August 2012 - 19:44 Uhr

Assange tritt auf - lässt aber viele Fragen unbeantwortet

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat sich in der Botschaft Ecuadors in London gezeigt und in einer öffentlichen Ansprache für die Unterstützung Ecuadors bedankt. Allerdings ließ er alle Fragen über seine Zukunft offen.

Assange-Rede auf Botschafts-Balkon
Assanges Auftritt auf dem Botschafts-Balkon: Ein Dankeschön an alle Unterstützer, aber keine Antworten auf wichtige Fragen

Der 41-Jährige erschien am Sonntag auf dem Balkon der Botschaft und verließ damit nicht das Hoheitsgebiet Ecuadors. Hätte er das getan, wäre er Gefahr gelaufen, von der britischen Polizei festgenommen zu werden.

Assange bedankte sich bei den Ländern Südamerikas und forderte die USA und Präsident Barack Obama zum Handeln auf: "Tun Sie das Richtige und beenden Sie die Hexenjagd gegen Wikileaks." Der Australier soll wegen mutmaßlichen Sexualdelikten nach Schweden ausgewiesen werden.

Auch über die Gerüchte, er sei unter gewissen Auflagen bereit, nach Schweden zu gehen, sagte er nichts.

Rückendeckung aus Ecuador von linksgerichteten südamerikanischen Staaten

Gegen Assange liegt ein EU-weiter Haftbefehl aus Schweden wegen des Verdachts auf Sexualdelikte vor. Dazu soll er in dem skandinavischen Land verhört werden. Assange lebt schon seit Ende Juni in der Botschaft Ecuadors in London.

Indes ist der Streit zwischen Großbritannien und Ecuador um Assange noch nicht beigelegt. Unterstützung bekommt Ecuador von der linksgerichteten 'Bolivarische Allianz für die Völker unseres Amerika' (ALBA), in dem die nicht gerade als US-freundlich bekannten Staaten Venezuela und Kuba federführend sind.

Die Außenminister des Staatenbündnisses bestätigten das Recht Ecuadors, Assange diplomatisches Asyl zu gewähren. Zudem forderten sie eine Debatte in den Vereinten Nationen über die Unantastbarkeit der diplomatischen Vertretungen.

London hatte vor wenigen Tagen angedeutet, zur Festnahme Assanges notfalls in die Botschaft eindringen zu wollen. Die ALBA-Staaten verurteilten dies als Drohung. Der Allianz gehören Venezuela, Kuba, Nicaragua, Bolivien, Ecuador und drei kleinere Karibik-Staaten an. Der Präsident Ecuadors, Rafael Correa, bezeichnete das Vorhaben als "inakzeptabel, intolerabel, taktlos und rücksichtslos". Ecuador habe "eine souveräne Regierung, die sich vor niemanden niederknie".