Assad: Werde in Syrien leben und sterben

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat einen Gang ins Exil kategorisch ausgeschlossen.
Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat einen Gang ins Exil kategorisch ausgeschlossen.
© REUTERS, BENOIT TESSIER

08. Januar 2013 - 18:23 Uhr

Westliche Intervention hätte verheerende Folgen

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat einen Gang ins Exil kategorisch ausgeschlossen. "Ich bin Syrer und werde in Syrien leben und sterben", sagte Assad in einem Interview des russischen Fernsehsenders RT, das heute ausgestrahlt werden soll. Zugleich äußerte sich der Staatschef überzeugt, dass der Westen nicht in den Bürgerkrieg in seinem Land eingreifen werde. Eine Militär-Intervention hätte verheerende Folgen für die ganze Welt.

"Ich bin keine Marionette des Westens, die in den Westen oder ein anderes Land geht", zeigte sich Assad zum Ausharren in Syrien entschlossen. Der britische Premierminister David Cameron hatte freies Geleit und ein ausländisches Exil für Assad ins Gespräch gebracht. Mit Blick auf den mit westlicher Hilfe gestürzten libyschen Machthaber Muammar Gaddafi sagte Assad: "Ich bin härter als Gaddafi". Allerdings stellte RT klar, dass es sich bei diesen Worten um die Interpretation des Chefredakteurs und nicht um den exakten Wortlaut Assads handele.

Der türkische Präsident Abdullah Gül erklärte, die Regierung in Ankara verhandle mit der Nato über die Stationierung von "Patriot"-Flugabwehrraketen. Er sagte, sein Land wolle keinen Krieg mit dem Nachbarn, müsse sich aber gleichwohl gegen mögliche Bedrohungen wappnen. Die Türkei wirbt seit längerem für eine ausländische Intervention in dem Konflikt, insbesondere für die Errichtung einer Flugverbotszone in Syrien. Ein Angriff Syriens auf den Nato-Partner Türkei könnte schnell zu einer Internationalisierung des Konflikts führen. Wegen der Bündnisverpflichtungen der Nato-Staaten wären diese direkt betroffen.

Türkei stoppt erneut Flugzeug

In der Türkei sind bereits mehrfach von Syrien aus abgefeuerte Granaten eingeschlagen. Am Donnerstag wurden offiziellen Angaben zufolge zwei Zivilisten durch Beschuss aus Syrien verletzt. Eine Frau und ein junger Mann wurden demnach in der Grenzstadt Ceylanpinar in der Provinz Hatay durch einen Irrläufer getroffen.

Zudem stoppte die Türkei erneut ein Flugzeug mit dem Ziel Syrien, um dessen Ladung zu überprüfen. Die aus Armenien stammende Frachtmaschine sei in der osttürkischen Stadt Erzurum gelandet, hieß es in Branchenkreisen. Dort sei sie vier Stunden lang durchsucht worden und habe dann ihren Flug fortgesetzt. Die Ladung sei nicht beschlagnahmt worden. Bereits Mitte Oktober war ein armenisches Flugzeug in der Türkei durchsucht und danach wieder freigegeben worden. Die Türkei hat ihren Luftraum für syrische Flugzeuge gesperrt, weil nach Darstellung der Regierung mit einem Passagierflugzeug russische Waffen in das Nachbarland transportiert werden sollten.

Syrische Rebellen haben sich indes erneut unweit der israelischen Grenze Kämpfe mit den Regierungstruppen geliefert. Außerhalb von Damaskus nahmen die Regimegegner nach eigenen Angaben einen Stützpunkt der Luftwaffe ein. Arabische TV-Sender zeigten Videoaufnahmen, die angeblich in dem Stützpunkt in Al-Ghuta Al-Scharkija gemacht worden. Sie zeigen unter anderem einen Hangar mit Raketen.

Die Allgemeine Kommission für die Syrische Revolution meldete, die Armee habe vergeblich versucht, einen Stützpunkt der Freien Syrischen Armee im Bezirk Kunaitra einzunehmen. Dabei seien unter anderem Panzergranaten und Mörsergranaten eingesetzt worden. Am Vortag waren drei Querschläger aus dem Gebiet auf den von Israel besetzten syrischen Golanhöhen eingeschlagen.

Die syrischen Oppositionsgruppen setzten unterdessen in Katar ihre Verhandlungen über ein neues Führungsgremium fort. Das Treffen, das ursprünglich bereits am Donnerstag hätte enden sollen, wird von Rivalitäten zwischen den einzelnen Gruppen überschatten. Der Syrische Nationalrat (SNC) erklärte, er habe sein Generalsekretariat erweitert. Ihm gehörten jetzt auch 16 Persönlichkeiten der "revolutionären Bewegung" an.