Immer mehr exotische Mücken im Anmarsch

Asiatische Tigermücke in Tirol heimisch - gibt es jetzt bald Dengue-Ausbrüche?

Die Asiatische Tigermücke ist schwarz-weiß gestreift.
© DPA

30. Juni 2020 - 15:17 Uhr

Risiko für die Übertragung gefährlicher Viren steigt

Die warmen Tage der letzten Wochen freuen nicht nur uns Menschen, auch Mücken kommen allmählich wieder zum Vorschein. Und neben der Hausmücke, die wir alle kennen, könnte es sich dieses Jahr auch vermehrt eine andere Art bei uns so richtig gemütlich machen - die Asiatische Tigermücke. Obwohl diese Art in Deutschland gar nicht heimisch ist, hat sie sich wegen des Klimawandels schon im vergangenen Jahr in Teilen des Landes ausgebreitet. Und nicht nur das: In Österreich haben Biologen jetzt rausgefunden, dass die asiatische Steckmücke dort auch überwintert. Den Forschern macht dies hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit große Sorgen.

Mücken können Dengue, Chikungunya und Zika übertragen

In Tirol gibt es erste Anzeichen, dass die Tigermücke nicht jedes Jahr neu eingeschleppt wird, sondern sich bereits etabliert hat. Mithilfe sogenannter Ovitraps, einer Vorrichtung, in der Mücken-Weibchen ihre Eier ablegen, konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Asiatische Tigermücke nicht nur jedes Jahr aufs neue eingeführt wird, sondern bereits in Österreich überwintert.

Am häufigsten wurde die Eierablage entlang der Autobahnen nachgewiesen. Das ist kein Zufall: "Gebietsfremde Mückenarten werden vorwiegend durch Gütertransfer eingeschleppt, sie können aber auch einfach mit dem Auto mitfahren. Daher sind Autobahnen die wichtigsten Eintrittspforten für potenziell invasive Mückenarten", erklärte Hans-Peter Führer vom Institut für Parasitologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien der Österreichischen Presseagentur.

Der Experte hält eine Überwachung für dringend notwendig, um nachverfolgen zu können, ob sich die Tigermücke weiter im Land ausbreitet. "Wenn ja, muss man Bekämpfungsmaßnahmen angehen, denn sonst kann es zu Dengue- oder Chikungunya-Ausbrüchen kommen wie in Frankreich und Italien." 

Wie gefährlich Dengue-Fieber ist und wie kann man sich schützen kann erklären wir Ihnen hier. 

So erkennen Sie die Asiatische Tigermücke

Äußerlich erkennt man die Asiatische Tigermücke schnell: Sie hat gestreifte Unterbeine und einen gestreiften Körper. Den Rücken der Mücke ziert ebenfalls ein markanter weißer Streifen. Mit ihren etwa zehn Millimetern Länge ist die Tigermücke kleiner als die gewöhnliche Hausmücke.

Stich der Asiatischen Tigermücke kann gefährlich werden

Mit ihrem Stich kann die Asiatische Tigermücke schwere Krankheiten wie Gelbfieber, das Zika-Virus, Chikungunya oder das Dengue-Fieber übertragen. Laut Mücken-Expertin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg (Brandenburg) sei in Deutschland allerdings noch kein Fall einer solchen über den Stich übertragenen Erkrankung bekannt. Wird man von einer Asiatischen Tigermücke gestochen, sollte man also aufmerksam sein, aber nicht in Panik verfallen. Beobachten Sie, ob grippeähnliche Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen auftreten. Ist das der Fall, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Auch unsere heimischen Mücken können zunehmend gefährliche Krankheiten übertragen, wie deutsche Experten jetzt warnen. 

Wie wird man die Tigermücke los?

Die Asiatische Tigermücke mag ein feuchtes, warmes Klima und ist dabei genügsam: Als Brutstätte reichen ihr feuchte Nischen oder Regentonnen oder sogar das Wasser in einem Blumentopfuntersetzer. Sollten Sie in einer solchen Brutstätte Larven entdecken, können Sie diese trockenlegen und der Mücke damit den Lebensraum nehmen.

Zudem ist die Asiatische Tigermücke äußerst empfindlich gegen Wind: Ein Ventilator kann ausreichend sein, um sie zu vertreiben. Anders als die Hausmücke schwirrt sie tagsüber und am frühen Abend umher und sucht nach Beute. Lange Kleidung und auch Mückenkerzen können helfen, nicht gestochen zu werden. Besonders ätzend findet die Asiatische Tigermücke den Geruch von Zitrone und Gewürznelken.