Weitere Bedrohung für die heimischen Honigbienen

Imker fürchten sie: Insektenforscher entdecken Asiatische Hornisse in Hamburg

Die Asiatische Hornisse verhält sich Honigbienen gegenüber aggressiv und gilt als klimatolerant und schnell invasiv.
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06. Februar 2020 - 16:14 Uhr

Weitere Bedrohung für die Bienen

Wild- und Honigbienen haben es im Moment eh schon nicht leicht. Die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und der Einsatz von Insektiziden setzt ihnen laut Umweltorganisationen so sehr zu, dass die Experten massiv Alarm geschlagen haben: Denn ohne die Bestäuber gibt es auf vielen Feldern auch keinen Ertrag mehr. Jetzt sorgt eine Meldung aus Hamburg für Sorge bei den Imkern. Denn dort wurde die invasive Asiatische Hornisse entdeckt.

Für aggressives Verhalten gegenüber Honigbienen bekannt

Die Vespa velutina nigrithorax, auch einfach als Asiatische Hornisse bekannt, hat Norddeutschland erreicht. Erstmals identifizierten Wissenschaftler des Centrums für Naturkunde der Universität ein lebendes Exemplar in Hamburg, wie die Universität Hamburg am Mittwoch mitteilte. Die Studie, die zudem den Wissensstand zur Invasion dieser Art zusammenfasst, ist im Fachmagazin "Evolutionary Systematics" erschienen.

​Invasive Arten sind nach Angaben der Universität eine der großen Herausforderungen, da sie sich durch die Globalisierung stark ausbreiten und so einheimische Arten bedrohen. Die Asiatische Hornisse sei für ihr aggressives Verhalten gegenüber Honigbienen bekannt und werde daher vor allem von Imkern als ernsthafte Bedrohung für die Bienenzucht, aber auch für andere Insekten gefürchtet.

Was jeder von uns für den Schutz der Bienen tun kann, erklären wir hier.

Schnelle Invasionsgeschwindigkeit, hohe Klimatoleranz

Das nun beschriebene Exemplar ist 2,2 Zentimeter groß und wurde lebend im Stadtteil Billbrook auf einem Firmengelände gefunden. Die Firma betreibt keinen Im- oder Export. Zum Zeitpunkt des Fundes im September des letzten Jahres war sie auch nicht in den Weltregionen aktiv, in denen die Asiatische Hornisse beheimatet ist, nämlich Südchina, Ostindien und Indonesien. Die Hornissen werden bis zu drei Zentimeter groß und sind damit kleiner als einheimische Hornissen. In der Insektenforschung wurde damit gerechnet, dass sich die Art in Europa ansiedelt. Dass dies schon so früh geschieht, erstaunt die Experten aktuell.

Es ist noch nicht klar, ob sich in Norddeutschland schon eine Population der Asiatischen Hornisse angesiedelt hat oder ob es sich bei dem in Hamburg entdeckten Tier um einen Einzelfund handelt. "Angesichts der schnellen Invasionsgeschwindigkeit der Art und ihrer relativ hohen Klimatoleranz ist es jedoch durchaus möglich, dass die Art eigenständig nach Hamburg gelangt ist und sich dort jetzt vermehrt", sagte Insektenkundler Martin Husemann.


Quellen: DPA/RTL.de