Mutter und Tochter im RTL-Interview

Melina (9) bekam Giftbonbon von Fremdem: "Er hat gesagt, dass er meine Mama umbringt"

Melina (9): "Er hat gesagt, dass er meine Mama umbringt" Mädchen mit Bonbon vergiftet
02:35 min
Mädchen mit Bonbon vergiftet
Melina (9): "Er hat gesagt, dass er meine Mama umbringt"

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Melina hatte Angst um ihre Mutter

Ein Fremder gibt einem kleinen Kind offenbar einen Giftbonbon. Melina (9) aus Aschersleben (Sachsen-Anhalt) isst die rote Kugel, bricht zusammen und kommt ins Krankenhaus. Zum Glück geht es ihr jetzt besser, aber ihre Mutter muss sich von dem Schock erst erholen. "Sie hat diese Tablette genommen, weil sie Angst um mich hatte", sagt Melinas Mutter Anja Lehmann. Denn der Mann habe damit gedroht, ihrer Mama etwas anzutun, wie Melina im Video erzählt.

Fremder nähert sich der Neunjährigen von hinten

"Nimm nichts von Fremden an": Was Eltern ihren Kindern schon früh erklären, hat auch Anja Lehmann ihrer Tochter beigebracht. "Sie ist sensibilisiert dafür, weiß sich auch zu wehren", sagt sie. Aber Melina habe aus Angst zugegriffen.

Die unglaubliche Tat geschah am Montagnachmittag, als Melina im Garten vor ihrem Haus einen Schneemann bauen wollte. Plötzlich nähert sich von hinten ein fremder Mann. "Ich hab nichts gesagt, er hat nichts gesagt", erinnert sich die Neunjährige. Er habe ein Bonbon aus einer Tüte geholt und ihr hingehalten. "Dann hat er gesagt, dass er meine Mama umbringt, wenn ich die nicht esse", berichtet Melina.

Bonbon schnell wieder ausgespuckt

Melina Bonbon
Melina reagierte geistesgegenwärtig und spuckte das Bonbon direkt wieder aus.
RTL

Melina tut so, als würde sie das rote Kügelchen kauen. Der Mann geht weg, Melina geht es sofort schlechter, berichtet das Mädchen: "Ich bin zum Busch gegangen, hab die ausgespuckt. Dann ist mir schon ein bisschen schwindelig geworden." Auf dem Weg in die Wohnung sei es ihr so schlecht gegangen, dass sie im Treppenhaus umkippte.

Anja Lehmann rennt die Treppe runter und sieht ihre Tochter neben ihrem Erbrochenen liegen. Sehr blass sei Melina gewesen; sie habe sie kaum hochnehmen können und "wie einen Sack" in die Wohnung geschleift", sagt die Mutter.

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Weil die Neunjährige genau richtig reagierte, ist sie wieder gesund. Aber es hätte auch anders ausgehen können, und Anja Lehmann ist sich sicher: Hätte Melina die Pille nicht ausgespuckt, würde ihre Tochter nicht mehr leben.

Anwohner befürchten, der Mann könnte weitere Kinder ansprechen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Nötigung. Sie will nach RTL-Informationen Donnerstag ein Phantombild veröffentlichen, das sie mit Melinas Hilfe erstellt hat. Damit nicht noch mehr Kinder etwas schlucken, weil sie um das Leben ihrer Eltern fürchten.