Arztbesuch trotz Corona-Risiko

So sieht der perfekte Schutz in der Praxis aus

25. März 2020 - 18:15 Uhr

Arztbesuche oft unvermeidlich

Der Gang zum Arzt hinterlässt in diesen Wochen bei vielen Patienten ein besonders mulmiges Gefühl. Schließlich sind Wartezimmer potentielle Gefahrenräume. Doch auch in Zeiten von Corona sind gerade chronisch Kranke weiter auf den Hausarzt angewiesen. Im Video zeigen wir eine Praxis, die sich perfekt darauf vorbereitet hat.

Praxismanager kümmerte sich frühzeitig

Der Berliner Allgemeinmediziner und Infektologe Heiko Jessen hat seine Praxis komplett umgestellt, um die Patienten, aber auch die Mitarbeiter zu schützen. Schon als das Virus in China ausbrach, besorgte sein Praxismanager spezielle Masken und Schutzausrüstung. Die Mitarbeiter wurden geschult, um sparsam und effizient mit den Mitteln umzugehen. Plexiglas-Scheiben schützen den Empfangsbereich. Für Corona-Verdachtsfälle gibt es sogar ein eigenes Wartezimmer. Allerdings muss inzwischen das gesamte Material - von der Filtermaske bis zum Klopapier - gesichert weggeschlossen werden: Einige Patienten hatten es einfach geklaut.

Atemmasken werden knapp

Der Praxismanager Slobodan Ruzicic glaubt, dass die meisten Vorräte noch etwa drei Monate reichen könnten. Aber vor allem beim Mundschutz sieht es schon jetzt eng aus.

"Das Problem ist, dass wir dann keine Masken mehr haben und ich glaube nicht, dass es Ärztinnen und Ärzten zuzumuten ist, einen Corona- Abstrich aus dem Nasen-Rachen abzunehmen, wo höchste Infektionsgefahr besteht", sagt Dr. Heiko Jessen.

Deshalb wartet die Praxis sehnsüchtig auf eine Lieferung von der Kassenärztlichen Vereinigung. Nur so kann der Schutz der Patienten und der Mitarbeiter weiter gewährleistet werden.