Arzt warnt vor drohender Mangelversorgung von Herzpatienten

Der Ärztliche Direktor des Klinikums Karlsburg, Wolfgang Motz. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild
Der Ärztliche Direktor des Klinikums Karlsburg, Wolfgang Motz. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild
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02. Dezember 2021 - 11:51 Uhr

Karlsburg (dpa/mv) - Der ärztliche Direktor des Herz- und Diabeteszentrums Karlsburg, Wolfgang Motz, hat in der Corona-Pandemie vor einer drohenden Mangelversorgung von Menschen mit Herz- und Gefäßerkrankungen gewarnt. Er habe die Sorge, dass Patienten mit lebensbedrohlichen Herzerkrankungen wegen eines hohen Aufkommens an Corona-Patienten nicht adäquat versorgt werden können. "Herzpatienten sterben dann nicht an Corona, sondern wegen Corona", sagte Motz am Donnerstag in Karlsburg südlich von Greifswald.

Motz sieht Herzpatienten in der Pandemie auch dadurch gefährdet, dass Herzoperationen bei einer Überlastung der Intensivstationen abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Besonders gefährlich sei so ein Aufschub der Operation für Patienten mit Herzklappenerkrankungen. "Die Verschiebung einer Herzoperation ist nicht vergleichbar mit einer aufgeschobenen Leisten- oder Hüftoperation. Auch eine verzögerte oder überhaupt nicht durchgeführte Diagnostik kann erhebliche Langzeitfolgen für Herzpatienten haben", betonte Motz.

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Quelle: DPA