Drogenschwemme an Schulen aufgedeckt

Arzt warnt: Ecstasy für Jugendliche immer gefährlicher

7. August 2019 - 16:05 Uhr

Erste Schulen schlagen Alarm

11- bis 14-jährige Schüler an Berliner Schulen werden neuerdings offenbar gezielt von Drogenhändlern ins Visier genommen. Die Dealer bieten die Partydroge Ecstasy für Schleuderpreise ab 1,50 Euro pro Pille an - so können sie sich auch Kinder problemlos von ihrem Taschengeld leisten. Wie Eltern erkennen können, ob ihr Kind Drogen nimmt, und was sie in diesem Fall tun können, erklärt Internist Dr. Heinz-Wilhelm Esser im Video oben.

Ecstasy ist gefährlicher als früher

"Ecstasypillen sind heute viel höher dosiert als früher", erklärt Internist Esser. "Früher wurde der Wirkstoff mit anderen Substanzen vermischt oder er war verunreinigt. Heute kann man die Pillen reiner produzieren." Das heißt: Auch die Wirkung auf den Körper erhöht sich, was viele Jugendliche allerdings nicht wissen. Dadurch kommt es oft zu Überdosierungen.

Nebenwirkungen können Herz-Kreislauf-Störungen, Herzrasen oder Herzstolpern sein. Alarmsignale des Körpers werden von den Jugendlichen im Partymodus aber oft ignoriert. "Man dehydriert schnell, weil man nicht genügend trinkt. Dadurch kann es zu einer Körperkernüberhitzung kommen", beschreibt Esser. Das fühle sich an wie ein hohes Fieber. Die Folge sind Krampfanfälle, im schlimmsten Fall sogar der Tod. Mehr über Ecstasy erfahren Sie in unserem Gesundheitslexikon.

Ist Deutschland inzwischen eine Drogenrepublik? Mehr dazu im Video

Hier gibt es Hilfe

Ecstasy ist nicht die einzige Droge, die von Jugendlichen in Deutschland gerne und meist viel zu bedenkenlos eingenommen wird. Besonders der Cannabiskonsum ist im vergangenen Jahr weiter angestiegen, wie der jüngste Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zeigt. Für Eltern ist es deshalb wichtig, über das Thema gut informiert zu sein.

Wenn Sie Beratung brauchen oder einfach Informationen rund um das Thema Drogen suchen, können Sie sich an viele Beratungsstellen wenden - auch anonym. Die meisten Angebote richten sich sowohl an Menschen mit Suchtproblemen als auch deren Angehörige oder Freunde.

Eine überregionale Beratungsstelle ist zum Beispiel die Sucht & Drogen Hotline der Bundesregierung. Telefon: 01805-313031

Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie in der Datenbank der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, dort sind auch stationäre Suchthilfeeinrichtungen aufgeführt.

Auch die Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes bieten Suchtberatung an.

Selbsthilfegruppen finden Sie auf der Seite der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, NAKOS.