Rettungskräfte geben alles, um den Jungen zu retten

Arzt erklärt: Kann Julen (2) in 100 Meter tiefem Schacht überleben?

17. Januar 2019 - 8:00 Uhr

Haare von Julen im Schacht entdeckt

Die spanischen Retter versuchen fieberhaft, den zweijährigen Julen aus dem mehr als 100 Meter tiefen Schacht zu befreien. Die Länge des Schachts entspricht ungefähr der Höhe eines 30-stöckigen Gebäudes. Die Retter wissen, jede Stunde zählt. Im Video ist zu sehen, wo Julen derzeit vermutet wird.

Erde im Schacht blockiert den Weg zum Jungen

Am vergangenen Sonntag machte Julens Familie einen Ausflug in der spanischen Provinz Málaga in die Berge. Sie picknickten, der Zweijährige spielte - und dann plötzlich - das Drama. Julen soll vor den Augen seiner Eltern in einen nur 25 Zentimeter breiten Schacht gefallen sein.

Seitdem fehlt von Julen jede Spur. Mit einer Kamera konnten die Rettungskräfte in die Tiefe vordringen. Inzwischen wurden Haare des Jungen im Schacht gefunden, die mit einer DNA-Analyse bestätigt wurden. Weiter kommen die Retter gerade nicht, weil sich offenbar Erde gelöst hat, die den Weg blockiert.

Ob Julen noch lebt, wie es ihm geht - niemand weiß es. Aber die Rettungskräfte wollen zu dem Jungen vordringen, ihn um jeden Preis zu seinen Eltern zurückbringen.

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Kohlendioxid ist das Hauptproblem

Allgemeinmediziner Christoph Specht erklärt gegenüber RTL, wie groß die Überlebens-Chancen des Kindes sind: "Es ist erstaunlich, wie widerstandsfähig sich manchmal gerade Kinder zeigen, wenn es ums Überleben geht. Der nur sehr enge Durchlass des Schachts könnte dafür gesorgt haben, dass der Junge relativ gebremst nach unten rutschte und deshalb tatsächlich lebend unten ankam. Andererseits dürfte er sich dabei auch großflächige Verletzungen zugezogen haben, die sich inzwischen infiziert haben dürften."

Ein großes Problem stelle die Atmung dar. "Selbst wenn da unten zumindest anfänglich noch ausreichend Sauerstoff vorhanden ist, wird sein mit jedem Atemzug ausgeatmetes Kohlendioxid zum Problem." Das Kohlendioxid führe erst zu einer Bewusstseinstrübung und dann nach circa 60 Minuten zum Tod. "Die Überlebenschancen für den Jungen sind daher - im Gegensatz zu einem verschütteten Kind nach einem Erdbeben - eher gering."