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Arzt aus Deggendorf gibt frustriert auf: Er will keine Asylbewerber mehr behandeln

Arzt aus Deggendorf gibt frustriert auf: Er will keine Asylbewerber mehr behandeln

Arzt aus Deggendorf gibt auf
Ein Arzt aus Deggendorf will keine Asylbewerber mehr behandeln, weil die meisten als "Medizintouristen" nach Deutschland kämen. (Foto: Motivbild)
dpa, Rolf Vennenbernd

Kaum ein Patient bedankt sich

Ein Arzt aus Deggendorf (Bayern) hat genug: Noch arbeitet der Mann - der gerne anonym bleiben möchte - in einem Transitzentrum, in dem Asylbewerber mit geringen Bleibechancen untergebracht werden. Ende Mai 2018 läuft aber sein Vertag aus und der Mediziner will auf keinen Fall verlängern, erzählte er der Zeitung 'Die Zeit'. Asylbewerber will er in Zukunft nicht mehr behandeln. Von 41 Patienten bedankt sich nur einer, so der Arzt.

Viele kommen als "Medizintouristen"

Dabei fing er so motiviert an. Seit 2015, als die Flüchtlingswelle ihren Höhepunkt erreichte, behandelte der Arzt Menschen, die gerade in Deutschland ankamen. Damals waren das vor allem Syrer oder Iraker, die vor Krieg und Terror in ihrer Heimat flüchteten. Viele der Menschen hatten seit Monaten keinen Arzt gesehen und waren unglaublich dankbar, als endlich ihre wundgelaufenen Füße und Kriegswunden versorgt wurden.

Doch inzwischen kommen die meisten der Patienten aus Aserbaidschan und Sierra Leone. Dass sie dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen, ist eher unwahrscheinlich. Den meisten ist das wahrscheinlich sogar klar – sie kommen als "Medizintouristen", vermutet der Arzt. Auffällig sei nämlich, dass viele ihm ihre komplette Krankenakte vorlegen könnten, erzählt er der 'Zeit'.

Arzt gibt seine Stelle im Transitzentrum resigniert auf

Den Menschen sei klar, dass sie früher oder später wieder abgeschoben werden. Weil die Verfahren aber lange dauern, hofften sie, dass sie zumindest lange genug bleiben können, um eine neue Hüfte oder eine kostspielige Zahnbehandlung zu bekommen, wirft der Mediziner ihnen vor. Statt mit Dankbarkeit, würden sie dem Arzt nun "frech und fordernd" begegnen, schreibt die Zeitung. Darum gibt der Mediziner Ende des Monats resigniert auf.

Die meisten Asylbewerber, die der Arzt in seiner Praxis sieht, seien nicht ernsthaft krank, erklärt er. Die meisten forderten Viagra, Schmerztabletten oder eine Gratis-Behandlung beim deutschen Facharzt. Ein Mann habe seinen Kollegen sogar verprügelt und mit deinem Messer bedroht, weil er mit der Behandlung unzufrieden war.