"Sie ist sehr lecker"

Mann isst 120.000-Dollar-Banane auf Kunstmesse

© REUTERS, EVA UZCATEGUI, /dn

9. Dezember 2019 - 10:14 Uhr

Art Basel: Banane wurde für knapp 108.500 Euro verkauft

Ganz schön teurer Snack: Auf der Kunstmesse Art Basel in Miami hat ein Mann eine 120.000-Dollar-Banane gegessen - er entfernte sie dafür aus einer Installation eines Künstlers. Erst vergangene Woche war die mit Klebeband an einer Wand festgemachte Banane des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan für umgerechnet 108.500 Euro verkauft worden.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Ein Video zeigt, wie der Mann die Banane in aller Seelenruhe von der Wand nimmt, schält und verspeist - und das alles ungehindert vom Sicherheitsdienst. Eigentlich ein klassischer Fall von "Ist das Kunst oder kann das weg?" 

Schon des Öfteren hatten Putzkräfte oder Museumsbesucher ausversehen Kunstwerke zerstört, weil sie es für Müll oder Dreck hielten - bekanntestes Beispiel dafür ist wohl die berühmte "Fettecke" von Joseph Beuys, die 1986 von einem übermütigen Hausmeister weggewischt worden war.

Bananen-Snack war Kunstperformance

Bei dem Fall auf der Art Basel ist die Sache allerdings ein wenig anders: Das Verspeisen der Banane ist offenbar eine eigene Kunstaktion. Bei dem Mann handelt es sich nämlich nicht um einen Besucher, sondern um den Aktionskünstler David Datuna.

Er veröffentlichte das Video der Aktion auf Instagram und schrieb dazu "'Hungriger Künstler'-Kunstperformance von mir. Ich liebe Maurizio Cattelans Kunst und ich liebe diese Installation. Sie ist sehr lecker."

Galerie-Besitzer sieht Vorfall gelassen

Die für die Ausstellung verantwortliche Galerie Perrotin reagierte gelassen: "Er hat das Kunstwerk nicht zerstört", beschwichtigte ein Sprecher laut der Zeitung "Miami Herald". Die Käufer hätten lediglich ein Autentizitäts-Zertifikat und die Rechte an der Idee erworben. Die Banane an sich sei austauschbar.

Das sah ein Besucher der Art Basel offenbar ähnlich: Er reichte dem herbeigeeilten Galeriebesitzer Emmanuel Perrotin laut "Miami Herald" kurzerhand eine Ersatzbanane, die Perrotin anstelle des Original-Obstes an der Wand drapierte - ebenfalls mit Klebeband.