Arsenal-Star Bellerin: "Die Leute beschimpfen mich als Lesbe"

Hector Bellerin spricht über Mobbing in der Welt des Fußballs.
Hector Bellerin spricht über Mobbing in der Welt des Fußballs.
© imago/Sportimage, David Klein, imago sportfotodienst

10. September 2018 - 22:22 Uhr

Seelenstriptease eines Fußballers

Mobbing, Beschimpfungen, Beleidigungen, ein Schicksal, das nicht nur "einfache Menschen" trifft: Arsenal-Star Hector Bellerin hat einen Blick in das Seelenleben eines Fußballers gewährt. Der Teamkollege von Mesut Özil leidet schwer unter Verbal-Attacken, die weit unter die Gürtellinie gehen - auf und abseits des grünen Rasens.

Fußballer brauchen ein dickes Fell

"Die Leute haben mich Lesbe genannt, weil ich meine Haare wachsen ließ. Es gibt andere homophobe Beschimpfungen. Das kann sehr hart sein, die Beschimpfungen finden meistens online statt, aber man hört sie auch im Stadion", sagte der Spanier im Interview mit "The Times". Mit der Zeit habe er gelernt, sich ein dickes Fell zuzulegen. "Ich lerne jeden Tag besser, mit Mobbing umzugehen."

Vor allem Fußballer, die nicht ins klassische Profil eines Kickers passten, hätten es schwer. "Das Problem ist, dass die Leute eine Vorstellung haben, wie Fußballer aussehen, wie sie sich benehmen, worüber sie reden sollen. Wenn man sich ein bisschen anders verhält, wird man zur Zielscheibe. Es gibt einen Druck, dich anzupassen. Das ist sehr gefährlich. Im Leben soll erlaubt sein, sich auszudrücken. Man ist so glücklicher", so Bellerin.

Coming-Out im Fußball unmöglich

Das gilt auch für das Thema Sexualität. Und damit spricht Bellerin ein heikles Thema in der Welt des Fußballs an – Homosexualität. Auch 2018 ein Tabu-Thema. "Es ist unmöglich, dass jemand sein Coming-Out als Homosexueller hat. Einige Fans sind nicht bereit. Als das im Rugby der Waliser Gareth Thomas gemacht hat, haben die Leute seine Entscheidung respektiert. Im Fußball ist die Kultur anders. Es kann sehr persönlich, sehr fies sein." Trübe Aussichten.