Arsenal: Endlich wieder reif für Titel?

20. November 2013 - 19:57 Uhr

Der FC Arsenal hat einen nahezu perfekten Saisonstart hingelegt – sowohl in der heimischen Premier League als auch in der Königsklasse. Mit Borussia Dortmund wartet nun ein ganz besonderer Prüfstein auf das Team von Coach Arsene Wenger. Denn ganz Europa stellt sich die Frage: sind die Gunners wieder ein ernstzunehmender Titelanwärter?

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Auf dem Weg zu alter Stärke: Der FC Arsenal
© Getty Images, Bongarts

Acht Spiele, sechs Siege und 18:9 Tore. Arsenal erwischte den besten Ligastart seit sechs Jahren und führt das Feld in England an. Die Euphorie rund um das Emirates Stadium im Norden Londons ist riesig. Der Traum vom ersten Titel seit dem FA-Cup-Gewinn im Jahr 2005 präsenter denn je.

Auslöser dafür ist aber nicht der Tabellenplatz, sondern vielmehr die Art und Weise, wie die Mannschaft Fußball spielt. Der teilweise begeisternde Offensivfußball erinnert stark an die Ära von Legenden wie Thierry Henry, Dennis Bergkamp und Freddie Ljungberg. Es ist Wenger gelungen, ein Team zusammenzustellen, das perfekt harmoniert und den so sehr geliebten One-Touch-Football des Trainers auf den Rasen bringt. Dabei musste der 63-Jährige den Kader nicht groß umkrempeln, es fehlte nur ein Mosaik-Steinchen: Mesut Özil.

Seit der deutsche Nationalspieler im Mittelfeld die Fäden zieht, läuft die Offensiv-Maschine auf Hochtouren. Drei Tore und fünf Vorlagen in fünf Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache. Der 25-Jährige hat sich in den letzten Jahren zum wohl besten Zehner Europas entwickelt. Kaum ein anderer Spieler versteht es so gut, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Verständlich, dass sein Coach ins Schwärmen gerät: "Wenn du Mesut auf dem Platz siehst und dich dann nicht in verliebst, hast du keine Ahnung vom Fußball", so Wenger.

"Selbstvertrauen bis in den Himmel"

Der Aufschwung von Arsenal trägt allerdings viele Namen. Mit Jack Wilshere, Olivier Giroud, Theo Walcott, Aaron Ramsey, Santi Cazorla und dem derzeit verletzten Lukas Podolski verfügt der Kader über ein enormes Offensiv-Potenzial. Im bevorzugten 4-2-3-1-System ist die Elf aufgrund der großen Anzahl intelligenter Fußballer unheimlich schwer auszurechnen.

Die Achillesferse der Londoner ist und bleibt die Defensive, auch wenn sich die Hintermannschaft um Per Mertesacker im Vergleich zum Vorjahr deutlich stabilisiert hat. Ob sie aber tatsächlich schon höchsten Ansprüchen genügt, wird auch das Spiel gegen Borussia Dortmund zeigen. Es ist der erste richtigen Gradmesser der Saison. "Wir müssen auf unserem besten Niveau spielen, mit sehr, sehr viel Rhythmus - und Lewandowski sowie Reus ruhig halten", sagte Wenger, der an die eigene Stärke glaubt: "Das Wichtigste ist, dass wir auf unserem Niveau spielen, dann haben wir sehr, sehr gute Chancen."

"Das Selbstvertrauen reicht bis in den Himmel", titelte der 'Mirror' nach dem 4:1-Sieg gegen Norwich, und die Statistik untermauert die Schlagzeile. Seit zwölf Spielen ist Arsenal ungeschlagen. In der Königsklasse steht man mit sechs Zählern auf Platz 1 der Gruppe F. Zwar kommt mit dem BVB der letztjährige Champions-League-Finalist ins Emirates Stadium, doch die Favoritenrolle gehört dieses Mal dem Gastgeber – auch wegen Özil. "Ich habe in den Spielen gegen deutsche Mannschaften fast immer ein Tor gemacht oder eins vorbereitet, das gibt mir ein gutes Gefühl. Außerdem spielen wir zuerst hier in London, das ist ein Vorteil."

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