Armutsstudie: Hier wohnen die ärmsten Kinder Deutschlands

Am höchsten ist das Armutsrisiko von Kindern aber derzeit in Bremen mit 33,7 Prozent.
Am höchsten ist das Armutsrisiko von Kindern aber derzeit in Bremen mit 33,7 Prozent.
© picture-alliance/ dpa, Wolfram Steinberg

25. August 2014 - 14:53 Uhr

Höchstes Risiko in Bremen

Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung ist in Deutschland fast jedes fünfte Kind (18,9 Prozent) von Armut bedroht. Dabei ist die Armut von Kindern und Jugendlichen in Ostdeutschland im Schnitt mit 26,3 Prozent deutlich höher als im Westen, wo 17,4 Prozent der Kinder unter der Einkommensschwelle leben.

Am höchsten ist das Armutsrisiko von Kindern aber derzeit in Bremen mit 33,7 Prozent. Es folgt mit 0,2 Prozentpunkten Abstand Mecklenburg- Vorpommern. Die niedrigste Armutsquote ermittelten die Forscher mit 9,9 Prozent in der Oberpfalz. Auch andere Regionen Bayerns und Baden-Württembergs sind vergleichsweise wenig betroffen. Überdurchschnittlich hoch dagegen fallen die Quoten in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens aus.

Arme Kinder leben mit beträchtlichen Einschränkungen

In absoluten Zahlen leben die meisten einkommensarmen Kinder in den Regionen Düsseldorf (186.000), Köln (145.000), Arnsberg (143.000) und Berlin (136.000). Damit kommt ein knappes Viertel aller unter der Armutsgrenze lebenden Kinder aus einer dieser Regionen.

Die Autoren werteten für ihre Studie den Mikrozensus aus dem Jahr 2012 sowie Befragungen für das Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS) aus dem Jahr 2011 aus. Sie sehen auch belegt, dass Kinder in einkommensarmen Familien mit beträchtlichen Einschränkungen leben müssen. So könnten in Ost und West 70 Prozent der Betroffenen keinen Urlaub machen.

Ein gutes Viertel im Westen und ein Drittel im Osten habe in der Wohnung nicht ausreichend Zimmer. Jedes elfte arme Kind im Westen und jedes siebte im Osten lebe in einer Wohnung mit feuchten Wänden. Es mangele auch an ausreichender Winterkleidung. Knapp zehn Prozent in den alten Bundesländern und zwölf Prozent in den neuen Bundesländern seien davon betroffen.

Als armutsgefährdet gilt nach wissenschaftlicher Definition, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Einkommens zur Verfügung hat. Für ein Elternpaar mit einem Kind unter 14 Jahren liegt die Armutsschwelle derzeit bei 1.564 Euro im Monat.