Armutsland Mexiko in Corona-Angst

"Quarantäne ist was für Reiche"

27. März 2020 - 10:50 Uhr

von Daniela Wachter aus Mexiko

Auch in Mexiko sterben die ersten Menschen an Corona. Doch für ein Land, in dem fast jeder Zweite in Armut lebt, würde ein Shutdown einer Katastrophe gleichkommen. Millionen von Menschen leben von der Hand in den Mund. Deshalb setzt der mexikanische Präsident alles daran, keine Panik aufkommen zu lassen.

Quarantäne ist was für Reiche

Mexikaner Gilberto Gonzalez
Der Mexikaner Gilberto Gonzalez ist nicht abgesichert.
© RTL, Daniela Wachter

Gilberto Gonzalez ist einer von 75 Millionen Mexikanern, die im informellen Sektor arbeiten und nicht abgesichert sind. Der 74-jährige steht täglich bis zu zehn Stunden in der prallen Sonne und wäscht Autos. Zuhause bleiben kann er nicht. "Wovon soll ich mich denn ernähren, wenn ich nicht rausgehe? Das mit der Quarantäne ist nur was für die, die Geld haben!" sagt der Mexikaner. (Wie sein Leben derzeit aussieht, und was Gilberto Gonzalez sonst noch zu sagen hat - im Video)

Mexikos Präsident zeigt sich demonstrativ sorglos

Corona Mexiko
In Mexiko regiert die Armut. Deshalb ist auch zu Hause bleiben in Coronazeiten für viele kein Thema.
© RTL, Daniela Wachter

Auch der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador zeigt sich demonstrativ sorglos. Während andere Länder Ausgangssperren verhängen, badet der Links-Populist in der Menschenmenge und ruft in einem Restaurant die Bevölkerung auf: "Geht weiterhin mit euren Familien in Restaurants!" Er will offenbar keine Panik entstehen lassen.

Immer mehr Einbrüche, vor allem in Supermärkte

Denn das mexikanische Gesundheitssystem ist schon jetzt überfordert. Nur um die 4.000 Intensivbetten gibt es im Land, das um die 125 Millionen Einwohner hat. Und es herrscht Angst. In den letzten Tagen kam es vermehrt zu Einbrüchen, vor allem in Supermärkten. Viele Mexikaner sorgen sich nicht so sehr um den Virus, sondern darum, bald nichts mehr zu Essen zu haben.

Auch in den USA und Großbritannien ist die Situation kritisch

Das Corona-Virus hält weite Teile der Welt in Atem. Unser Reporter berichten. Zum Beispiel aus Großbritannien, den USA oder der Türkei. Aktuelle Entwicklungen in Deutschland können Sie im Liveticker nachlesen.