Armutskonferenz warnt vor teureren Lebensmitteln

In den Regalen eines Supermarkts liegen Obst und Gemüse. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archiv
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03. Februar 2020 - 14:40 Uhr

Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen warnt vor teureren Lebensmitteln ohne Ausgleich für Bedürftige. Geschäftsführer Klaus-Dieter Gleitze begrüßte am Montag zwar die Diskussion über Lebensmittelpreise, da die Handelskonzerne immer mehr Bauern mit Dumpingpreisen in existenzielle Krisen trieben. "Was aber auf keinen Fall passieren darf, ist die zusätzliche Belastung durch eine Lebensmittelverteuerung ohne sozialen Ausgleich für Menschen, die von Armut bedroht sind." Bereits heute müssten mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig die Tafeln aufsuchen. In Niedersachsen gelten rund 1,2 Millionen Menschen als armutsgefährdet.

Der Präsident des Landvolks, Albert Schulte to Brinke, beklagte hingegen, dass sich viele Landwirte vom Handel überrannt fühlten. Er forderte ein Umdenken bei den Einzelhandelsketten und in der Gesellschaft: "Hohe Standards kann es nicht zum Nulltarif geben."

Bundesagrarministerin Julia Klöckner sagte nach einem Treffen mit Vertretern des Einzelhandels und der Ernährungsindustrie am Montag im Kanzleramt, sie sehe Fortschritte im Ringen um faire Preise. Wer die europäische Richtlinie zu unfairen Handelspraktiken nicht einhalte, müsse mit Bußgeldern rechnen, kündigte die CDU-Politikerin an. Zudem soll es eine "Kommunikationsallianz" von Landwirten und Handel zur Wertschätzung von Lebensmitteln geben.

Quelle: DPA