Armutsbericht: Große Probleme im Ruhrgebiet

24. Februar 2016 - 13:12 Uhr

Im Ruhrgebiet ist jeder Fünfte arm

Trotz Rekordbeschäftigung ist der Anteil der Armen in Deutschland nur minimal gesunken – um 0,1 auf 15,4 Prozent. Das ist das Ergebnis des Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Gezählt werden dabei Menschen, die in Haushalten mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens leben. Rechnerisch sind dies 12,5 Millionen Menschen, davon rund 3,4 Millionen Rentner, wie der Geschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider, sagte.

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12,5 Millionen Menschen in Deutschland sind arm
© dpa, Maurizio Gambarini

In neun Bundesländern nahm die Armutsquote ab. In Nordrhein-Westfalen dagegen stieg sie von 17,1 auf 17,5 Prozent. Das Ruhrgebiet sei dabei die "Problemregion Nummer Eins", sagte Schneider. "Jeder fünfte Einwohner dieses größten Ballungsraums Deutschlands muss mittlerweile zu den Armen gezählt werden." Alarmiert zeigte sich Schneider von der Lage der Rentner. Bei ihnen sei die Armut seit 2005 etwa zehn Mal so stark angewachsen wie beim Rest der Bevölkerung.