So sehr leidet die beliebteste Urlaubsinsel der Deutschen

Corona-Not auf Mallorca: Die Schlangen an den Tafeln werden immer länger

01. Januar 2021 - 13:47 Uhr

Im Video: Ehemalige Hotelangestellte müssen zur Tafel

Dort, wo sich sonst die Touristen tummeln, herrscht gähnende Leere – Mallorca ist zu einer Geisterinsel geworden. Auch wenn es Winter ist, so schlimm war die Situation noch nie. Während die Insel auf der einen Seite mit den Folgen des Coronavirus kämpft, vor allem mit den ausbleibenden Touristen, wütet auch das Virus selbst auf der Baleareninsel. Mallorca hat sich zum Corona-Hotspot von Spanien entwickelt – und kämpft gleichzeitig gegen die Armut. In unserem Video erzählen ehemalige Hotel-Angestellte, wie schlimm die derzeitige Situation für sie ist.

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Tourismusbranche geht kaputt: 91 Prozent mehr Arbeitslose auf Mallorca

Nach Medienberichten werden die Schlangen vor den Tafeln der Mallorca-Hauptstadt Palma, aber auch in anderen Gebieten der Insel immer länger. Bei den Bedürftigen stellen Obdachlose und Bewohner von Problemvierteln längst nicht mehr die Mehrheit. Betroffen sind inzwischen auch viele Rentner und Familien der Mittelklasse – sie haben vorher vom Tourismus gelebt, der jetzt fast komplett weggebrochen ist.

Es kamen von Januar bis Oktober 87 Prozent weniger ausländische Besucher als sonst, teilte die Statistikbehörde INE mit. Gleichzeitig stieg die Zahl der Arbeitslosen um 91 Prozent – Menschen, die sich vorher in Hotels um Gäste gekümmert oder mit Ausflügen ihren Urlaub verschönert haben, stehen jetzt vor dem Nichts.

Restaurantbesitzerin: „Es gibt Menschen, die wirklich Hunger leiden"

Wie schlecht es den Leuten wirklich geht, zeigen auch die Zahlen einer medizinischen Hilfsorganisation in Spanien: Wie die Zeitung "Diario de Mallorca" berichtet, wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres rund 52.000 Hilfspakete mit Lebensmitteln sowie Hygiene- und Putzartikeln verteilt. Im gesamten Jahr 2019 seien es nur 11.000 gewesen.

"Es ist eine absolute Katastrophe, jetzt schon. Und es wird noch schlimmer", erklärt Renée Gorgoglione, die in Cala D'Or ein Restaurant führt. "Es gibt Menschen, die wirklich Hunger leiden", klagt sie an.

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Mallorca ist selbst Corona-Hotspot

Die Krise verschärft sich dadurch, dass Mallorca inzwischen selbst zum wahren Corona-Hotspot geworden ist – und Bars und Restaurants deswegen jetzt noch früher schließen müssen. Die Balearen sind seit Mitte des Monats die Region mit den höchsten Corona-Zahlen in ganz Spanien. Besonders schlimm ist die Lage auf Mallorca. Dort kletterte am Sonntag die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen zwei Wochen auf 607.

Das Corona-Risiko sei auf der Insel "extrem hoch", warnte auch die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol. Die Zahl der Covid-Patienten auf der Intensivstation sei in einer Woche um 35 Prozent auf 69 gestiegen. Man müsse deshalb die "so weit wie möglich Nachlässigkeit und Menschenansammlungen verhindern", sagte die sozialistische Politikerin.

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